Neue Telefone für professionelle Anwender
Handys übernehmen immer mehr Funktionen

E-Mails von unterwegs abrufen, den Terminplan aktualisieren oder die neuesten Preislisten lesen - für das alles brauchen mobile Mitarbeiter heute kein Notebook mehr: Mobiltelefone mausern sich zu Mini-Büros.

BERLIN. Elektronische Post oder Office-Dokumente zu senden und zu empfangen gehört heute schon zur Grundausstattung. "Die rasanteste Entwicklung legen Business-Handys momentan im Bereich der Datenübertragung hin", sagt Achim Tubbesing, General Manager bei Samsung Deutschland. Vor einigen Wochen hat sein Unternehmen UMTS-Handys mit einer Übertragungsrate von bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde vorgestellt. Um damit eine vier Megabyte große MP3-Datei herunterzuladen, benötige man weniger als zehn Sekunden, so Tubbesing. Die hohen Datenraten ermöglichen inzwischen auch Voice-over-IP, also das Telefonieren über das Internet. Das Modell P51 von Benq-Siemens beispielsweise unterstützt das Sprechen über den Internetdienst Skype.

In Zukunft könnte das Mobiltelefon neben diesen Büro-Standards sogar noch mehr leisten: "Die Mobilfunkbetreiber sind auf der Suche nach der Killerapplikation fürs Mobile Business", so Andreas Gentner, Leiter des Industry Teams Telekommunikation, Medien und Technik bei Deloitte & Touche. Bislang kämen mehr als 90 Prozent der Umsätze aus der Sprachtelefonie, die Anbieter seien jedoch auf der Suche nach neuen Umsatzquellen. Für die Zukunft denkbar ist nach Angaben von Gentner etwa, dass der Vertriebs-Außendienst mit seinem Mobiltelefon auf Produktkataloge auf dem Firmenserver zugreift. Auch könnten die Mobiltelefone in Zukunft noch mehr Software, etwa CRM- und Logistik-Anwendungen, unterstützen.

"Schon heute lässt sich erkennen, dass Business-Handys mit immer mehr Funktionselementen und Technologien ausgestattet werden", sagt auch Samsung-Manager Tubbesing. "Und künftig werden weitere, innovative Anwendungen in mobilen Telefonen Eingang finden." Beispielsweise ein Visitenkartenscanner, wie ihn Samsung bereits mit seinem neuen PDA-Phone SGH-i750 anbietet. Aber: "Das Business-Handy, das alles kann, wird es in absehbarer Zeit nicht geben", so Tubbesing. "Stattdessen stellen wir für möglichst viele Ansprüche der Geschäftskunden speziell zugeschnittene Mobiltelefone her." Der Markt werde sich aufspalten: die einen wollen ein Handy, das einfache Office-Anwendungen unterstützt. Andere bevorzugen ein mobiles Büro, dessen Grenzen zum PDA fließend sind.

Einen "Trend zur Schlichtheit" sieht Florian Gersbach, Sprecher von Benq Mobile in München. Es gebe Mobiltelefone, die nur Sprach- und Datenübertragung ermöglichen. Die Experten von Deloitte prognostizieren ebenfalls eine Rückkehr zur Ein-fachheit in ihren "TMT Trend Pre-dictions 2006": Nutzer fänden mitt-lerweile zusätzliche Funktionen eher verwirrend als nützlich. Daher setzen die Hersteller verstärkt auf Design. Benq beispielsweise - der taiwanesische Konzern vertreibt seine Mobiltelefone in Deutschland unter der Marke Benq-Siemens - verwendet hochwertige Materialien: Aluminium und Magnesium für die Gehäuse, Mineralglas für manche Displays. "Außerdem geht der Trend zu sehr flachen Geräten", sagt Gersbach. Dagegen scheint die Entwicklung zur Miniaturisierung der Telefone und vor allem der Displays gestoppt - schließlich muss man noch etwas erkennen können, gerade bei Business-Anwendungen wie E-Mail oder Office-Dokumenten. Auch Mo-torola und Samsung designen immer flachere Telefone. Kaum ein Samsung-Handy ist noch höher als 15 Millimeter. Das Modell SGH-P 300 ist gerade mal 8,9 Millimeter dünn.

Um die Office-Funktionen zu nutzen, brauchen die Telefone mehr als eine kleine Zahlentastatur: Motorola wird Ende des Jahres sein Smartphone Q auf den europäischen Markt bringen - dessen Tastatur ist angelehnt an den Blackberry. Auch Nokia hat mit dem E61 ein Modell mit Schreibmaschinentastatur unter dem Display auf dem Markt. Und das E71 hat diese besonders praktisch integriert: Die Tastatur erscheint erst, wenn man das Gerät oben und unten ausklappt.

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