Neue Vernetzungs-Software
Superrechner als Massenware

Mehr Arbeit für Hochleistungs-Rechner: Die Computerbranche arbeitet an Programmen, die die Vernetzung einer Vielzahl von Rechnern mit deutlich geringerem Aufwand als bislang ermöglicht. Ziel ist, neue Kunden für diese Supercomputer zu gewinnen. Ein großer Schritt dabei ist nun dem Software-Anbieter Platform Computing gelungen.

HAMBURG. Während der International Supercomputer Conference in Dresden in der vergangenen Woche stellte das Unternehmen das Programm Platform Open Cluster Stack (OCS) vor, das mit Software-Firmen wie Red Hat sowie Hardware–Herstellern wie Dell oder Intel entwickelt wurde.

Dank gemeinsamer Mindeststandards für Software- und Hardware-Komponenten bei geclusterten Systemen lassen sich nun Bausteine, die das Intel Cluster Ready-Zertifikat tragen, unabhängig von ihrem Hersteller zusammenfügen. „Die Standardisierung trägt dazu bei, dass Computercluster neuen Anwenderkreisen zur Verfügung stehen“, sagt Thomas Ludwig, Informatik-Professor an der Universität Heidelberg.

Die Cluster bestehen aus mehreren Computern, die durch ein schnelles Netzwerk miteinander verbunden sind und wie ein einziger, extrem leistungsstarker Rechner arbeiten. Bislang werden sie vor allem für Simulationen in der Finanz- und in der Automobilbranche oder für Klimaberechnungen eingesetzt.

OCS ist die erste kommerzielle Software, die Komponenten unterschiedlicher Hersteller ohne extrem hohen Aufwand verbindet. „Heute kauft man Server, um daraus Cluster zu bauen“, sagt Gary Tyreman, Vice President bei Platform Computing. „Wir wollen erreichen, dass der Kauf eines ganzen Computerclusters nicht mehr Aufwand bedeutet als der Kauf eines Servers.“ Seine Firma übernimmt auch die Wartung – eine Voraussetzung für den Einstieg in das High Performance Computing auf Linux-basierten Clustern.

„Derartige Angebote können für kleine Biomedizinfirmen sinnvoll sein, denen der Support der Systeme bislang zu aufwendig war“, so Ludwig. Automobilzulieferer oder Maschinenbauer könnten so noch komplexere Entwürfe als bisher an Superrechnern in Simulationen testen. Das Softwarepaket von Platform Computing enthalte rein technisch wenig Neues, so Ludwig. Kern sei ein Paket von Open Source-Software namens Rocks, das Anwendungen für Aufbau und Verwaltung von Computerclustern enthält. Großer Vorteil sei die einfache Handhabung. Beim Einsatz von OCS überprüft ein Programm namens Intel Cluster Checker die Hardware und Software-Komponenten und stellt sicher, dass sie richtig zusammenarbeiten.

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