Neue Wege im Wahlkampf
Politiker entdecken Weblogs

Die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin tut es und auch die PDS-Bundestagsabgeordnete Petra Pau hat gerade damit angefangen. Bei der SPD macht es Andrea Nahles, Katrin Göring-Eckardt (Grüne) ist dabei und die CDU schickt Katherina Reiche ins Rennen. Die Rede ist vom Bloggen.

dpa HAMBURG. Ein Weblog, kurz Blog, ist eine Webseite, die immer neue, chronologisch sortierte Einträge enthält. Es sind öffentliche Tage- und Notizbücher. Einträge können kommentiert und verlinkt werden. Mehr als 60 000 deutschsprachige Blogs gibt es derzeit. Bei der Suchmaschine Technorati sind weltweit mehr als 14 Mill. gelistet.

Auch die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat ein eigenes Blog und kann sich in Deutschland über den Titel „ranghöchste bloggende Politikerin“ freuen. „Im US-Wahlkampf zwischen George Bush und John Kerry bin ich erstmals auf die Weblogs aufmerksam geworden“, sagt Zypries. Eher zufällig habe sie dann das Blog ihres französischen Parteifreundes Dominique Strauss-Kahn im Internet gefunden und sich gesagt, „so etwas möchte ich auch haben“. Seit Juni bloggt die Ministerin nun und muss sich wie andere, weit weniger bekannte Blogger im Netz behaupten, um Aufmerksamkeit und möglichst viele Links und Kommentare zu ihren Einträge zu bekommen. „Mit meinem Weblog möchte ich mit den Bürgerinnen und Bürgern kommunizieren“, sagt die Ministerin. Sie wolle einen lebendigen Einblick in ihren Alltag als Bundestagskandidatin geben.

Der Hamburger Politikwissenschaftler Hans J. Kleinsteuber ist skeptisch, was den Einsatz von Blogs im Wahlkampf angeht: „Ich finde es richtig, neue Wege der Kommunikation auszuprobieren. Bisher ist das Ergebnis aber enttäuschend.“

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