Neue Zusammenarbeit
Freenet bietet DSL-Leitungen von QSC an

Der Festnetzanbieter Freenet verkauft künftig nicht mehr nur Anschlüsse der Deutschen Telekom, sondern auch die des Telekom-Wettbewerbers QSC.

DÜSSELDORF. Freenet versorgt 830 000 DSL-Kunden und gehört ebenso wie etwa United Internet und AOL zu den so genannten Wiederverkäufern. Diese Unternehmen besitzen kein eigenes Netz, sondern verkaufen die Anschlüsse der Deutschen Telekom unter eigenem Namen und auf eigene Rechnung an die Endkunden weiter. Sie können deshalb nur Produkte vermarkten, die auch die Telekom anbietet.

Die Produkte des Wettbewerbers QSC unterscheiden sich aber in zwei Punkten von denen des Ex-Monopolisten: Zum einen bietet das Kölner Unternehmen in zahlreichen Regionen die erweiterte DSL-Technik ADSL2+ an. Damit können Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 16 Megabit pro Sekunde erreicht werden. Die Telekom bietet diese Geschwindigkeiten erst in wenigen Gebieten an. Mit ADSL2+ können Kunden schneller als bisher Filme, Musik und Dokumente aus dem Internet herunterladen.

Zum anderen bietet QSC Großkunden wie Freenet die Möglichkeit, eine reine DSL-Leitung zu mieten. Die Telekom bietet ihren Kunden dagegen einen Internetanschluss nur in Verbindung mit einem Telefonanschluss an.

Freenet hatte im zweiten Quartal auf dem boomenden Markt für schnelle Internet-Anschlüsse trotz hoher Werbeaufwendungen deutlich weniger Kunden hinzugewonnen als im Vorquartal. Die Kooperation ist für die Hamburger eine Möglichkeit, ihren Kunden andere Dienste zu bieten als von der Telekom vorgegeben.

QSC erhofft sich über die Zusammenarbeit Zugang zu den DSL-Kunden von Freenet. Festnetzanbieter versuchen ihr Netz gezielt in den Regionen auszubauen, in denen sie etwa durch Kooperationen bereits Zugang zu DSL-Kunden haben, die sie auf ihr Netz leiten können. QSC hat bereits Partnerschaften mit Debitel und Hansenet geschlossen, die ebenfalls über das QSC-Netz eigene Produkte verkaufen.

QSC fährt seit Jahren wegen des Netzaufbaus in Deutschland hohe Verluste ein. Im ersten Quartal hatte das Unternehmen den Fehlbetrag aber verringert und peilt für das Gesamtjahr unter dem Strich die Gewinnzone an. Inzwischen erreicht QSC mit seinem Netz 140 Städte in Deutschland. Die Nachricht beflügelte gestern den Kurs der QSC-Aktie, der zeitweise um mehr als fünf Prozent zulegte.

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