Neuer E-Mail-Dienst
Facebook startet Frontalangriff auf Google

Kenner hatten es schon vermutet, jetzt ist es offiziell: Facebook startet einen eigenen E-Maildienst. Die Plattform, die als Freundesnetz zur Kontaktpflege begann, wird damit zum integrierten Kommunikationsinstrument mit der Welt. Und damit zu einem ernsten Wettbewerber für Google, Microsoft, AOL und Yahoo - und selbst Telefondienste wie Skype.
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DÜSSELDORF. Das Online-Netzwerk Facebook startet einen eigenen E-Maildienst. Das verkündete Gründer Mark Zuckerberg auf der Tagung Web 2.0 Summit in San Francisco. Auf Wunsch kann sich demnach jeder Facebook-Kunde, zunächst nur in den USA, später weltweit, eine eigene E-Mailadresse geben lassen, die auf @facebook.com endet. Mit diesem E-Mailkonto kann der Facebook-Kunde dann mit jeder anderen E-Mailadresse kommunizieren. Bislang war es nur möglich, innerhalb seines Facebook-Freundeskreises Nachrichten zu versenden.

Neue Kontakte mussten bestätigt werden, bevor man mit ihnen kommunizieren konnte. Bereits heute nutzen rund 350 Millionen der über 500 Millionen Facebook-Kunden aktiv das Message-System, sagte Zuckerberg. Zum Vergleich: Yahoo, einer der größten E-Maildienste der Welt, kommt auf rund 270 Mio. E-Mailkonten.

Die Facebook-Nutzer versenden rund vier Mrd. Messages pro Tag. Das meiste davon seien Mitteilungen nur zwischen zwei Personen, nicht allgemeine Statusmeldungen. Also im Grunde E-Mail. Die Nutzung von Messaging, so Mark Zuckerberg, viel viel stärker und in einem "alarmierenden Maße" gewachsen, als der Rest des Dienstes.

Was liegt also näher, als das Handling von Outside-Email zum Dienst hinzuzufügen? Die Nutzer sollen sich nicht mehr die Mühe machen müssen, auswählen zu müssen, über welchen Weg - Message, Instant Message, Chat, SMS oder E-Mail - man mit einem anderen in Kontakt tritt. Die Zeit, die man "mit sinnlosen Zahlen- und Buchstabenkombination verbringen" müsse, also Telefonnummern und Instant-Messanger-Adressen, gehe zuende.

Ziel von Zuckerberg ist es, seine Nutzer davon abzuhalten, sporadisch in andere E-Mail-Programme wie Google-Mail, Hotmail oder Yahoo-Mail zu wechseln. Damit erhöht er die Zeit, die auf seinen Seiten verbracht wird - und senkt die Zeit, die die Konkurrenten bekommen.

Hintergrund ist schlicht das Geschäft: Eingeblendete Werbung sieht ein Web-Surfer nur dann, wenn er auch auf eine Seite kommt oder bleibt. "Das ist kein E-Mailkiller", betonte Zuckerberg. Später aber räumte er ein, dass später auch die Möglichkeit eingebaut werden soll, fremde E-Mailkonten in das System zu synchronisieren. Das wäre ein Grund weniger, auf Google-Mail zu gehen, wenn man seine Google-Mails auch auf Facebook bekommen kann.

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  • Guten Tag,..... Dinge die die Welt nicht braucht!
    Jeder Rotzer kann heute den belanglosesten Unfug ins Netz setzen, das Niveau liegt bei RTL 2 Diaries. Was um alles in der Welt tun diese idioten wenn sie mal ein buch lesen muessen? Hoeren Sie den Hosenscheissern nur zu ;..... die reden eine Sprache aus wild zusammengesetzten Wortfetzen ( meist Oettinger English ) gemischt mit Dortmunder Schmackes und Dieter bohlen Spruechen. im Uebrigen ist die Jugend anderswo auch nicht besser. Strasbourg, bruxelles Paris. besten Dank

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