Neuer Standard DVB-T2 HD
Das Überallfernsehen stellt scharf

Schritt nach vorn in die Gegenwart: Das Antennenfernsehen stellt bald auf einen neuen Standard um, Zuschauer sehen dann endlich scharfe Bilder in HD-Qualität. Das neue DVB-T2 hat allerdings seinen Preis.

BerlinOb zu Hause, im Wohnmobil oder auf der Wiese: Antennenfernsehen lässt sich überall empfangen. Monatliche Gebühren werden nicht fällig, auch die Empfangsgeräte sind günstig. Allerdings nehmen Zuschauer bei DVB-T – so der technische Name – bislang Einschränkungen in Kauf. So ist die Senderauswahl begrenzt, die Qualität beschränkt.

Damit soll es bald vorbei sein: Das Überallfernsehen stellt scharf. Ab dem zweiten Quartal 2016 wird der Nachfolgestandard DVB-T2 HD eingeführt. 40 bis 45 Programme sollen bald über den Äther gehen, darunter die Privatsender, die derzeit nur eingeschränkt über Antenne ausgestrahlt werden (siehe Infokasten). Ein Teil der Kanäle wird sogar in HD-Auflösung ausgestrahlt, die auf modernen Geräten für deutlich bessere Bilder sorgt.

Die Zuschauer bekommen also künftig mehr Angebot und mehr Qualität. Allerdings zahlen sie dafür auch einen Preis: Zum einen brauchen die meisten vermutlich neue Empfänger, um den Standard decodieren zu können, etwa eine Set-Top-Box. Zum anderen müssen sie eine monatliche Gebühr zahlen, um die Privatsender sehen zu können, dann allerdings in hochauflösender Qualität.

Wer einen Fernseher mit HD-Auflösung hat und darauf Antennenfernsehen guckt, weiß: Für die Umstellung wird es Zeit. Auf den großen Bildschirmen, die in vielen Wohnzimmern an der Wand hängen, sehen Bilder im DVB-T-Format matschig und unscharf aus.

Als die Landesmedienanstalten 1998 die Einführung beschlossen, war HD Zukunftsmusik. „DVB-T ist seit geraumer Zeit technisch renovierungsbedürftig“, sagt Holger Meinzer, Mitglied der Geschäftsleitung beim Dienstleister Media Broadcast, der die Sender im neuen Standard ausstrahlt.

Nun soll also DVB-T2 die Entwicklung der vergangenen Jahre nachvollziehen. Mit dem Standard wird ein effizienteres Kompressionsverfahren namens HEVC eingesetzt, das auch als H.265 bekannt ist. „Wir können die Programmkapazität verdoppeln“, sagt Meinzer. Ein Teil der Sender werde zudem im hochauflösenden Format ausgestrahlt.

Das neue Antennenfernsehen erlaubt die Verschlüsselung von Programmen. Das dürfte für die privaten Anbieter ein Grund sein, DVB-T künftig entschiedener zu unterstützen: Sie können für hochauflösende Bildqualität künftig ebenso Geld verlangen, wie das bereits beim Satelliten- und Kabelfernsehen der Fall ist. Die RTL-Gruppe und Prosieben Sat.1 wollen jeweils sechs Sender im HD-Format anbieten (siehe Infokasten). Das alte SD-Format werden sie nicht mehr unterstützen.

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