Neuer Super-Standard
Intel sagt Kabelgestrüpp den Kampf an

Bereits seit Jahren arbeitet Intel an einem Standard, der sämtliche anderen Anschlüsse am PC ablösen soll - und zwar für immer: Ein Kabel für alles. Die kommenden Apple-Laptops könnten den neuen High-Speed-Standard etablieren.
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Düsseldorf/BerlinAls der Personalcomputer auf den Markt kam, brachte er ein Kabelgewirr mit in die Büros und Wohnzimmer: Drucker, Eingabegeräte und Monitore - verschiedene Gerätetypen besaßen jeweils andere Anschüsse. Mit dem "Universal Serial Bus" (USB) sagte Intel dem Kabelgewirr 1996 den Kampf an. Bis sich der neue Standard durchsetzte vergingen Jahre - erst Apples iMac brachte als erstes Massengerät mit USB-Anschluss den Durchbruch für den neuen Standard.

Wirklich universell konnte sich USB außerdem nicht durchsetzen. Noch immer werden für einzelne Geräte wie Monitore andere Anschlüsse genutzt. Der USB3-Nachfolger Light Peak soll dagegen wirklich für alles verwendbar sein - und dabei sehr hohe Datenraten ermöglichen. Anders als der Name suggeriert soll aus Kostengründen zunächst auf die im Standard mögliche optische Übertragung mittels Licht verzichtet werden. Die technischen Daten lesen sich dennoch beeindruckend: Für den Anfang sind Übertragungsraten bis 10 Gigabit pro Sekunde geplant - doppelt so viel wie bei USB3 im schnellsten "SuperSpeed"-Modus. Mit optischen Glasfaserkabeln wären in Zukunft bis zu 100 Gigabit pro Sekunde möglich. Damit sollte der Standard auf Jahrzehnte hinaus für sämtliche Geräte ausreichen.

Light Peak soll dabei so universell angelegt werden, dass es mit ganz unterschiedlichen Geräten über ein Kabel kommunizieren kann. Damit wäre es möglich, grundverschiedene Geräte über eine einzige Verbindung anzusteuern - beispielsweise Lautsprecher, Webcam und Monitor, die in einem Gerät vereint sind. Wenn Tastatur und Maus über den drahtlosen Bluetooth-Standard angeschlossen und der PC über WLAN im Netz ist, wären damit nur noch zwei Kabel notwendig: Ein Stromkabel und ein Kabel zum Monitor.

Neues Macbook Pro mit Light-Peak-Unterstützung?

Wieder einmal könnte Apple dem neuen Standard zum Durchbruch helfen. Das US-Branchenmagazin Cnet berichtete am Montag unter Berufung auf informierte Kreise, dass Apple die neue Universalschnittstelle in seinem neuen Macbook Pro einsetzen wird. Das Update des Macintosh-Notebooks könnte am 24. Februar 2011 vorgestellt werden. Es sei aber auch möglich, dass Apple Light Peak in einem anderen Zusammenhang vorstelle. Der Mac-Hersteller hat bereits neue Schnittstellen wie Firewire oder Displayport sehr früh eingesetzt.

Intel arbeitet seit Jahren an Light Peak. Im November 2010 wurde berichtet, der Chipriese werde die Technik in der ersten Hälfte des Jahres 2011 auf den Markt bringen. Apple und Sony sollen großes Interesse an Light Peak haben. Als Intel Light Peak auf seiner Entwicklerkonferenz 2009 vorführte, kam Apples Mac OS X zum Einsatz.

Mit Material von Golem.de

Stephan Dörner
Stephan Dörner
Handelsblatt Online / Mitarbeiter

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