Neuer TV-Standard DVB-T2 HD
Eine Million Haushalte müssen noch nachrüsten

Ende März wird das Antennensignal DVB-T für den TV-Empfang in weiten Teilen Deutschlands abgeschaltet. Die Nachfrage nach Settop-Boxen für den neuen Standard DVB-T2 HD ist groß, es gibt aber auch Alternativen.
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BerlinDie Uhr tickt: In weiten Teilen Deutschlands werden Fernsehzuschauer das TV-Signal bereits in drei Wochen nicht mehr wie herkömmlich über Antenne empfangen können. Der Grund: Ab dem 29. März wird das terrestrische Signal von DVB-T auf den neuen Standard DVB-T2 HD umgestellt.

Etwa 3,4 Millionen Haushalte sind nach Angaben der Deutschen TV-Plattform davon betroffen. Rund 1,5 Millionen empfangen ausschließlich über diesen Weg das TV-Signal. Sie müssen sich für den Umstieg rüsten, sofern sie nicht bereits ein brandneues TV-Gerät mit einem eingebauten DVB-T2-Empfänger besitzen. Und wer auf diesem Weg privaten Sender anschauen möchte, wird künftig zur Kasse gebeten.

Der Verkauf der für den Empfang benötigten neuen Settop-Boxen nimmt an Dynamik zu, berichtete die Deutsche TV-Plattform in dieser Woche. Im Januar hat sich die Zahl der verkauften Receiver demnach im Vergleich zum Vormonat verdoppelt. Während im Dezember noch 79.000 Stück über die Tresen gingen, waren es im Januar 165.000.

Insgesamt wurden gut eine halbe Million DVB-T2-fähige Settop-Boxen verkauft. Eine Million Haushalte müssen also in den kommenden drei Wochen noch eine Entscheidung treffen, wenn der Bildschirm nicht schwarz bleiben soll.

Die Umstellung ist erforderlich geworden, da im Zuge der Digitalen Dividende bislang für das Antennenfernsehen genutzte Frequenzbänder künftig dem Mobilfunk zufallen sollen. Zugleich wird es mit dem neuen Standard erstmals möglich sein, dass über den terrestrischen Empfangsweg Fernsehsendungen auch in hoher Auflösung (HD) ausgestrahlt werden können. Voraussetzung ist jedoch, dass der Fernsehzuschauer aktiv wird und sich technisch für den neuen Empfangsweg rüstet.

Privatsender verschlüsselt und kostenpflichtig

Nur aktuelle Modelle von Flachbildfernsehern haben einen entsprechenden Receiver integriert – eine Liste der Geräte hat die Deutsche TV-Plattform zusammengestellt. Für alle anderen Geräte – auch wenn sie noch relativ neu sein sollten – ist eine Settop-Box erforderlich, die im Handel zwischen 50 und 150 Euro kostet. Nur Geräte, die ein grünes „DVB-T2 HD“-Logo aufweisen, sind auch wirklich in der Lage, den hierzulande genutzten Kodierungsstandard HEVC zu unterstützen sowie neben den öffentlich-rechtlichen auch die privaten Sender zu empfangen.

Denn die Umstellung wird auch ein weiterer Schritt hin zum Ende des frei empfangbaren Fernsehens markieren. Über Antenne strahlen ab dem 29. März die privaten Sender wie Pro7, Sat.1 und RTL ihr Programm im digitalen Antennen-Fernsehen nur noch in HD-Qualität aus. Die Kosten für die angefallenen Investitionen wollen die Sender an die Zuschauer zumindest teilweise weiterreichen: Deshalb wird das Programm der Privatsender verschlüsselt und kostenpflichtig.

Das macht auch die Empfangstechnik komplizierter: Nur Settop-Boxen mit dem grünem Logo der TV-Plattform verfügen nämlich über einen Steckplatz für die Entschlüsselungskarte, die das Unternehmen Freenet TV vermarktet. Die Sendungen werden dann jeweils nur für ein TV-Gerät freigeschaltet. Besitzer eines Fernsehgeräts mit integriertem DVB-T2-Empfänger benötigen für die Kartenfreischaltung ein zusätzliches Modul.

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  • Haushalte müssen gar nichts.
    Für diesen medialen Meinungsmachemüll zahle ich nicht einen Cent mehr als die GEZ Zwangsabgabe.

  • Dieser Artikel ist, wie viele ähnliche Informationen absolut irreführend. Ich wohne in NRW ländlich im Sauerland. Bei uns ist DVB-T2 erst in zwei Jahren zu empfangen; die Umstellung hat also noch Zeit. Streaming kommt nicht infrage, da (bei uns) das Leitungsnetz sowas nicht hergibt. Private Sender haben bei uns vor Ort bisher nicht eingespeist. - Zeit um dies zu überlegen, haben wir ja noch ausreichend.

  • Für 30% Werbeanteil bei etwa zwei interessanten US-Spielfilmen pro Monat soll man jetzt auch noch Gebühren bezahlen. Wenn man sich das Geld dafür spart, bekommt man zusätzlich noch Freizeit geschenkt, die man sinnvoller nutzen kann.

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