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Neuer Wurm verbreitet rechtsradikale Spam-Mails

dpa KARLSRUHE. Ein neuer Computerwurm überschwemmt seit dem Wochenende E-Mail-Postfächer mit Neonazi-Propaganda. Die Spam-Mail- Flut sei „gewaltig“, sagte am Pfingstmontag der Karlsruher Computer- Viren-Experte Christoph Fischer.

„Der Täter ist sicherlich ein Deutscher, der schon vor einem Jahr ähnliche Mails verschickt hat“, vermutete Fischer. Das Schadens- und Verbreitungspotenzial des Wurms wird nach Angaben des deutschen Antivirenspezialisten H+Bedv als sehr gefährlich eingeschätzt.

Auslöser sei der bereits bekannte E-Mail-Wurm „Sober“, der bei der Verlosung von Tickets für die Fußball-Weltmeisterschaft als „Sober.P“ in Umlauf kam, sagte Fischer. Unter der Bezeichnung „Sober.Q“ breitet sich der neue Virus seit Sonntag 00.00 Uhr aus. Betroffen sind nach Angaben von H+Bedv alle PCs mit den Windows-Betriebssystemen 95, 98, ME, NT, 2000, XP sowie Windows Server 2003. Besonders gefährdet sind Computer, die bereits mit Sober.P, möglicherweise unbemerkt, infiziert waren. Dort kann sich der neue Schädling Sober.Q nachladen und selbstständig Massen-E-Mails verschicken.

Der Inhalt der Mails besteht aus rechtsradikalem und ausländerfeindlichem Gedankengut überwiegend in deutscher Sprache. Der Antiviren-Software-Hersteller Trend Micro hat neben Deutschland auch in Indien eine große Verbreitung des Schädlings beobachtet. Viren-Experte Fischer sagte: „Es ist eine Mischung aus seriösen und unseriösen Artikeln.“ „Mit diesem absurden Zeug will der Autor offenbar sein Weltbild bestätigen.“ Der Branchendienst „Heise online“ warnt allerdings davor, die vermeintlichen Absender selbst als rechtradikal zu verdächtigen. „Die Absenderadressen sind samt und sonders gefälscht“, schreibt das Online-Magazin.

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