Neues Betriebssystem für Macs
Apple lässt den Tiger los

Während Microsofts neues Betriebssystem "Longhorn" noch auf sich warten lässt, ist Apples Gegenstück "Tiger" bereit zum Installieren.

dpa HAMBURG. Schnell und einfach zu bedienen soll es sein, das neue Windows-System "Longhorn" von Microsoft. "So sicher war ein Computer-Betriebssystem noch nie", verspricht Chef Software-Architekt Bill Gates. Und es werde auch bald verfügbar sein, "Holiday 2006".

Doch schenkt man etlichen Experten Glauben, müssen Computer- Anwender nicht unbedingt 19 Monate auf ein sicheres, schlankes, elegantes Rechnersystem warten. Apples neue Software Mac OS X "Tiger", die am Freitagabend in Kalifornien auf den Markt gebracht wurde, bringe viele der von Microsoft für "Longhorn" versprochenen Funktionen.

Mac OS X sei in jüngster Zeit auch für Leute "außerhalb des Macintosh-Clans" interessant geworden, meint beispielsweise David Pogue, Kolumnist in der New York Times. "Je mehr Microsoft Windows von Viren, Spyware und nervigen Sicherheits-Updates geplagt wird, je schlimmer das Leben (mit einem Windows PC) wird, desto intensiver schaut sich die seit langer Zeit leidende Windows-Mehrheit nach Alternativen wie Mac OS X um." Apple musste sich bei der Entwicklung von "Tiger" noch nicht einmal besonders auf das Thema Sicherheit fokussieren. Für das Macintosh-Betriebssystem OS X existiert nämlich bis heute kein einziger Computervirus oder Wurm.

Zentrale Neuerung von "Tiger" ist das Suchprogramm "Spotlight", das auf einer Technologie aufbaut, die Apple bereits in seiner Musiksoftware itunes eingesetzt hat. Mit "Spotlight" lassen sich Dokumente, E-Mails, Adressen, Bilder, Tondateien und anderes auf dem Mac blitzschnell auffinden. Apple setzt dabei wie Microsoft auf den Trend, der mit der Suchmaschine "Google" ausgelöst wurde: Die ständig wachsenden Datenbestände müssen nicht mehr mühsam in komplexen Ordner-Strukturen abgelegt werden. Vielmehr können die gesuchten Informationen über die Eingabe in ein schlichtes Suchfenster aufgespürt werden, egal wo sie sich auf dem Computer befinden.

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