Neues Betriebssystem: Verkaufszahlen von Vista enttäuschen

Neues Betriebssystem
Verkaufszahlen von Vista enttäuschen

Offenbar hat sich der US-Sowftwarekonzern Microsoft verkalkuliert: Chef Steve Ballmer spricht von zu hohen Prognosen bei den erwarteten Absatzzahlen von Windows Vista und muss die Erwartungen zurückschrauben. Gleichzeitig ist der Ärger über kostenlose Bürosoftware eines Internetriesen groß.

jkn FRANKFURT. Vista, das neue Betriebsystem des weltgrößten Softwareherstellers Microsoft, tut sich offenbar schwer, ein Verkaufsschlager zu werden. Nach Erhebungen der US-Marktforscher der NPD Group lag der Vista-Absatz zum Verkaufsstart in den USA um satte 59 Prozent unter dem vom Vorgänger Windows XP im Jahr 2001.

Auch bei Microsoft scheint der enttäuschende Auftakt des Betriebssystems angekommen zu sein. Die Erwartungen mancher Analysten seien viel zu hoch, erklärte Microsoft-Chef Steve Ballmer Ende vergangener Woche auf einer Analystenkonferenz in New York. Noch zu Jahresbeginn hatte Ballmer von einem Boom für das Redmonder Unternehmen gesprochen.

Grundsätzlich, so Ballmer weiter, würden Vista und auch die neue Bürosoftware Office den Umsatz von Microsoft anheizen. Dies werde aber nicht im gleichen Umfang geschehen, wie die weltweiten PC-Verkäufe stiegen. Ein enormes Plus werde es jedenfalls nicht geben.

Ballmers Äußerungen belasteten promt den Aktienkurs des Konzerns. Er gab am vergangenen Freitag um mehr als ein Prozent nach. Analysten und Marktforscher hatten große Erwartungen in das Geschäft mit Vista gesteckt. Schließlich war der Verkaufsstart von Vista und Office die größte Produkteinführung der Redmonder seit mehreren Jahren. So ganz wollen die Experten diese Hoffnung aber nicht aufgeben. So verwies Ken Allen von T. Rowe Pirce Associates auf die gute Tradition der Microsoft-Führung, eher konservativ in die Zukunft zu blicken.

Allerdings scheint Ballmer auch sonst bei dem Analystentreffen eher zurückhaltend aufgetreten zu sein, glaubt man einigen Analystenkommentaren. Danach erklärte der Microsoft-Boss, dass die Investitionen im laufenden Jahr eher unterhalb des Vorjahreswertes von 2,7 Mrd. Dollar liegen würden. Auch seine Äußerungen über den Zukunftsmarkt mit Mietsoftware – bei Microsoft mit dem Namen „Live“ versehen – verunsicherten die Analysten. „Wir haben noch eine Menge Arbeit zu erledigen“, gestand Ballmer ein und ergänzte: „Einen Wettbewerber zu haben, der die Software, wie es scheint, umsonst hergibt, ist immer eine Herausforderung.“ Damit zielte Ballmer auf den Internetriesen Google, der seit einiger Zeit eine eigene Bürosoftware über das Internet zur Verfügung stellt.

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