Neues Betriebssystem
Vorverkauf für Windows 7 startet

Ist das Rabatt oder Schmerzensgeld? Computerkäufer können ab dem 26. Juni PCs mit einem Bezugsrecht für ein Upgrade auf das neue Windows 7 bestellen.Dafür werde laut Microsoft nur eine „geringe Bearbeitungsgebühr“ anfallen. Doch dann, am 22. Oktober, erwarten den Upgrade-willigen Nutzer einige Unannehmlichkeiten.

DÜSSELDORF. Er muss seinen PC völlig neu aufsetzen. „Das“, so Gartner-Analystin Annette Jump gegenüber dem Handelsblatt, „wird eine enorme Hürde darstellen.“

Wie hoch die Bearbeitungsgebühren sein werden, hängt vom Händler ab, bei dem man den PC erworben hat. Doch das ist nur das kleinere Problem. Für das Update muss der Kunde eine sogenannte „frische Installation“ durchführen, bei der alle installierten Programme verloren gehen und wieder neu installiert werden müssen. Auch alle auf dem PC bis dahin gespeicherten privaten Daten müssen definitiv vorher extern gesichert werden, sonst sind sie verloren. „Von jetzt bis zur Auslieferung“, so Gartner-Analystin Jump, „haben sich dann vier Monate lang Daten und Programme angesammelt. Das ist nicht gut.“

Für das ungewöhnliche Vorgehen macht Microsoft die EU-Kommission verantwortlich. Um keine Probleme wegen eines laufenden Monopolverfahrens zu bekommen, wird extra für Europa eine Version ohne den Web-Browser Internet Explorer angeboten werden. Es sei so schnell nicht mehr möglich gewesen, so Microsoft, die Installationsroutinen entsprechend so umzuschreiben, dass der Explorer der alten Vista-Version restlos entfernt werden könne. Für die Zukunft, so eine Microsoft-Sprecherin auf Anfrage, werde man aber sicherlich auch eine „richtige“ Upgrade-Version anbieten.

Wer jetzt einen neuen Computer mit Windows Vista Home Premium, Business oder Ultimate kauft, erhält laut Microsoft nach Verfügbarkeit eine entsprechende Version von Windows 7 zum Preis der Bearbeitungsgebühren. Das Angebot soll bis Januar 2010 verfügbar sein. Wichtig: der Kunde muss den Händler ausdrücklich danach fragen und es sich bestätigen lassen.

Alternativ werde es ab 15. Juli ein Vorverkaufsangebot nur für das Software-Paket (ohne PC-Bindung) von Windows 7 Home Premium E zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 49,99 Euro geben, solange Vorrat reicht oder bis Mitte August. Dieses Angebot sieht die Gartner-Expertin als Antwort auf die aggressive Upgrade-Strategie von Wettbewerber Apple. Die Preise für einen Wechsel vom Mac-Betriebssystem „Leopard“ auf das kommende „Snowleopard“ lägen „deutlich unter den Preisen von Microsoft.“

Ab Verfügbarkeit (22. Oktober) bis 31. Dezember 2009 lauten die Preise der Windows-Versionen in Deutschland für

  • Windows 7 Home Premium E: 119,99 Euro UVP
  • Windows 7 Professional E: 285,00 Euro UVP
  • Windows 7 Ultimate E: 299,00 Euro UVP
  • Insgesamt glaubt die Londoner Gartner-Analysten nicht, dass der Start von Windows 7 den PC-Verkauf signifikant beflügelt wird. Im Quartalsvergleich werde es keine großen Ausschläge geben, aber die Tatsache, dass es keine Preiserhöhungen im Vergleich zu Windows Vista gegeben habe, werde dem Markt insgesamt schon gut tun.

    Mehr Informationen zu den Upgrade gibt es von Microsoft ab 26. Juni 2009 unter http://www.windows.de/upgrade.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%