Neues Netzwerkkonzept für die Zukunft des Internet
Auf dem Weg zum sicheren Internet

Eine neue Initiative soll Wissenschaft und Industrie zur Mitarbeit an der nächsten Generation des Internet bewegen. Ziel ist, das Netz flexibler, sicherer und schneller zu machen.

hiz DÜSSELDORF. Mit Planet Web stellt Chiphersteller Intel eine Initiative für ein Netzwerk-Konzept vor, dass das Internet sicherer, flexibler und intelligenter machen soll.

Während des Intel-Entwickler-Forums (IDF) in San Francisco präsentierte Technologie-Chef Pat Gelsinger eine Plattform, bei der leistungsstarke Netzwerk-Server eine zusätzliche Ebene über der bestehenden Infrastruktur des Internets bilden. Dadurch sollen Probleme bei der Sicherheit und Zuverlässigkeit des Netzes in den Griff zu bekommen sein. „Diese smarten Geräte könnten zum Beispiel das Internet in die Lage versetzen, eigenständig eine Attacke durch einen Computerwurm zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten“, erklärte Gelsinger.

Auf der gleichen Veranstaltung wies Vint Cerf, Vorsitzender der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN), der in den siebziger Jahren maßgeblich die Entwicklung des aktuellen technischen Internet-Standards (TCP/IP) mitgestaltet hat, auf die Schwachstellen des existierenden Netzes hin. „Wir benutzen heute noch eine Technologie, die 1978 definiert wurde“, ermahnte er auf dem Intel-Forum. „Das Internet ist nach 26 Jahren immer noch ziemlich primitiv.“ Die ICANN ist die Organisation, die Namen und Adressen im Internet verwaltet und somit technische Aspekte des Internets koordiniert. Insbesondere die Sicherheit des Netzwerks lasse, nach seinen Erkenntnissen, noch zu wünschen übrig: „Je größer das Netz wird, desto mehr Angriffspunkte entstehen.“ Außerdem entstünden ständig neue Bedrohungen wie zum Beispiel Viren, die Mobiltelefone attackierten.

Dagegen will die Initiative Planet Lab eine „offene Plattform“ bieten, auf der Unternehmen und Forschungseinrichtungen verschiedene Hardware- und Software-Lösungen für die nächste Generation des Internets entwickeln sollen. Neben Intel arbeiten unter anderem Hewlett Packard, France Télécom, die Universitäten in Princeton, Berkeley und Cambridge, sowie die AT&T und NEC Labs an dem neuen Netzwerk-Konzept mit.

Als Beispiel wurde der Service „Public Health of the Internet“ (PHI), der von Studenten der Universität in Berkeley entwickelt worden war, vorgestellt. Mit der Hilfe von PHI hatte Intel über mehrere Wochen hinweg die Angriffe auf das Planet-Lab-Netzwerk analysiert und dabei festgestellt, dass 60 Prozent der Attacken eindeutig zehn einzelnen Angreifern zuzuordnen waren. PHI war dabei in der Lage, die Internet-Adressen (IP-Adressen) dieser Angreifer zu identifizieren und diese Informationen an potenziell Betroffene weiterzuleiten. „Solche Verfahren werden künftig dazu beitragen, Viren und Würmer signifikant einzudämmen“, begeisterte sich Gelsinger. Der Intel-Technologiechef betonte aber, bei Planet Lab gehe es nicht darum, technische Entwicklungen wie das neue Internet-Protokoll (IPv6) zu ersetzen. Die Planet-Lab-Knoten sollen, nach seinen Vorstellungen, mit eigener Rechenleistung und Speicherkapazität ausgestattet sein. So könnten sie beispielsweise dynamisch Datenströme innerhalb des Netzes managen, um Staus im Word Wide Web zu minimieren.

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