Neues Smart-TV-Angebot: Fernsehen ohne Funkturm und Satellit

Neues Smart-TV-Angebot
Fernsehen ohne Funkturm und Satellit

Ein deutsches Unternehmen will den TV-Markt aufmischen: Netrange verbreitet künftig 2000 Sender aus aller Welt über das Internet. Anschauen lassen sie sich mit Fernsehern von Firmen wie Sharp, Loewe oder Ikea.
  • 4

HamburgWenn es um die pure Vielfalt geht, ist der Computer der beste Fernseher. Denn tausende TV-Sender in aller Welt übertragen ihr Programm auch über das Web. Ein deutsches Start-up will diese Inhalte ins Wohnzimmer bringen: Der Smart-TV-Spezialist Netrange bietet künftig 2000 Programme auf internetfähigen Fernsehern von Unternehmen wie Sharp, Loewe, Ikea und TCL an. Die Verträge mit den Anbietern seien jetzt unterschrieben worden, teilte die Firma im Vorfeld der Elektronikmesse Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas mit.

Netrange stellt selbst keine Fernseher her, sondern bietet ein Internet-Portal mit Apps, Video-Kanälen und Spielen an, das TV-Hersteller auf ihren Geräten installieren können – Experten sprechen von einer White-Label-Lösung. Hier werden auch die neuen Sender eingebunden. Im Angebot sind beispielsweise Rai 1 aus Italien, Antena 3 aus Spanien und BBC News aus Großbritannien, außerdem diverse Sportkanäle.

„Künftig braucht es keine TV-Infrastruktur mehr, um lineares Fernsehen auszuspielen“, sagte Netrange-Geschäftsführer Jan Wendt im Gespräch mit Handelsblatt Online. Netrange ermöglicht somit Fernsehen ohne Funkturm, Kabel und Satellit – sofern es die Internetverbindung zulässt. Wendt sieht darin eine Chance, neue Kunden jenseits der TV-Hersteller zu gewinnen: „Alle möglichen Marktteilnehmer können ohne technische Infrastrukturkosten Fernsehen ausstrahlen. Das ist für uns ein großer Wachstumsmotor.“

Geld will das Unternehmen mit kostenpflichtigen Programmpaketen verdienen, in denen etwa Sport- oder Nachrichtensender gebündelt sind. „Grundsätzlich zahlt der Endkonsument für die Premium-Anteile Geld.“ Allerdings sei man noch in einer Erprobungsphase, sagte Netrange-Chef Wendt. Es werde von Land zu Land unterschiedliche Modelle geben. Die TV-Sender müssten aber keine Einspeisegebühren zahlen. Bis 2016 sollen 10.000 Sender im Angebot sein.

Das Portal des Unternehmens sei bislang auf sechs bis sieben Millionen Geräten installiert, sagte Firmenchef Wendt. Dank bereits unterschriebener Verträge mit TV-Herstellern werde die Reichweite in den nächsten fünf Jahren auf weltweit mindestens 30 Millionen Fernseher steigen. „Wir gehen aus, dass die Zahl noch stark anwächst“, betonte Wendt. Ab Montag will die Firma auf der CES weitere Kunden gewinnen.

Netrange setzt darauf, dass immer mehr Fernseher mit einem Internetzugang ausgestattet sind und die Verbindungen immer schneller werden – auch wenn viele Nutzer ihr Gerät derzeit noch nicht ans Netz anschließen. Als Konkurrenz zu klassischen TV-Sendern sieht Wendt die Netrange-Lösungen aber nicht. „Unser Portal soll nicht bestehende Produkte ablösen. Wir erweitern das bestehende Angebot um tausende Kanäle aus aller Welt.“ Das WM-Finale würde sich der Manager weiterhin über Kabel oder Satellit angucken – falls die Übertragung mal hängt.

Kommentare zu " Neues Smart-TV-Angebot: Fernsehen ohne Funkturm und Satellit"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Haha!

    Fernsehen ohne Kabel, Satellit und funkturm. Und die Daten kommen per Luft-und-Liebe zum Empfänger;-)

  • Zitat : Fernsehen ohne Funkturm und Satellit

    - in Deutschland kann diese Firma ihr Geschäft vorerst wohl an den Nagel hängen :

    die meisten Internet-User haben von der Deutschen Post ( heisst jetzt Telekom ) ein sehr besch........Internen-Speed mit 6000 Kb/s ( tatsächlich 2000-3000 Kb/s ) und 16000 Kb/s ( tatsächlich ca. 8000 Kb/s ) geerbt !

    Mit dieser Geschwindigkeit kann man wohl mehr Balken angucken als Fernsehen ( insbesondere HD - Sender ) !

    Bis der Doof bringts ( Breitband- Autobahn-Möchtegerne-Minister )in die Bottiche kommt, dauert es wohl noch 10 Jahre !

    Internet-Fernsehen ist was für FORTGESCHRITTENE Länder, zu denen Deutschland NICHT gehört !

  • Ich finds gut.
    Jaja, alles windig :)
    Gibt es auch Ideen in Deutschland nicht nicht gleich verrissen werden?

    "Wer bezahlt eigentlich dann für die Einrichtung und den Betrieb der Infrastruktur? Vermutlich nicht Netrange,"

    Sie und ich, mit der dann kommenden "erhöhten" Haushaltsabgabe, weil das ÖR dann keiner mehr guckt :)

    Wissen Sie eigentlich was so ein Serverpark kostet?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%