Neuheiten von der Cebit
Internet immer und überall

Wie viel Kommunikations-Technik braucht der Mensch? Eines ist sicher: Ein Telefonanschluss reicht schon lange nicht mehr. Das Internet verschmilzt Kommunikation, Information und Unterhaltung. Auf der Cebit in Hannover präsentiert die Industrie die neuesten Techniken und Verfahren dafür.
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DÜSSELDORF. Zur Steckdose fürs Telefon hat sich in immer mehr deutschen Haushalten längst ein zweiter Stecker für den DSL-Zugang gesellt, mit dem der PC die Verbindung zum Internet herstellt. Steckdose Nummer drei für Kabel- oder Satellitenanschluss verbindet Fernseher und Stereoanlage mit unzähligen TV- und Rundfunkprogrammen. Ladestationen für Mobiltelefone, iPods und PDAs komplettieren den Geräte-, Kabel- und Softwaresalat. Denn die meisten Systeme sind bisher nicht miteinander kompatibel.

Doch die Rettung naht. Auf der Cebit in Hannover steht das Zusammenwachsen von IT- und Unterhaltungselektronik zum omnipräsenten Web ganz oben auf der Tagesordnung.

Künftig sucht sich das Mobiltelefon überall und jederzeit selbstständig die günstigste und schnellste Verbindung - über das Fest-, das Mobilfunknetz oder das Internet. Der MP3-Spieler fischt auf Wunsch die neuesten Hits drahtlos aus dem Web und spielt sie über einen PC oder eine Hi-Fi-Anlage ab. Ohne Kabelsalat, ohne Formatierungsprobleme. Neue Internet-Technik und die jüngste Generation turboschneller Mobilfunknetze machen es möglich.

"Das Web wird zur Weltsprache der gesamten vernetzten Kommunikations- und Unterhaltungswelt", so Professor Thomas Schildhauer, Chef des Institute of Electronic Business in Berlin.

Gleichzeitig lösen sich die Grenzen zwischen Medienhäusern, Internetfirmen und Telefonkonzernen auf. Alle sind mit Hochdruck dabei, sich fit zu machen für "All-IP" - das neue Schlagwort, das die gesamte Branche elektrisiert. Milliardenschwere Entwicklungsprogramme sollen sämtliche Programmangebote, ob Sprache oder Musik, Video oder TV, Web-Seiten oder SMS-Kurznachrichten, fit machen für den Austausch via Internet-Protokoll über alle technischen Plattformen.

Jeder kämpft dabei gegen jeden. René Obermann etwa, Vorstandschef der Deutschen Telekom, setzt auf Bundesliga-Bilder für das hochauflösende Fernsehen, um sein schnelles VDSL-Internet populär zu machen. Kabel-Deutschland-Spitzenmann Christof Wahl hat sein Fernsehportfolio unter anderem um einen Pauschaltarif für Online-Telefonate ergänzt. Yahoo bringt Versteigerungen beim Konkurrenten Ebay als Live-Ticker aufs Handy. Der Mobilfunker O2 buhlt mit Web-Zugängen übers Festnetz um Kunden. "Die ganze Branche definiert derzeit ihre Aufgabenbereiche neu", sagt Rudolf Gröger, O2-Deutschland-Chef.

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