Nie wieder „weltgrößte Microchips“
Russland auf dem Weg zur Hightech-Nation

Keine zwei Jahrzehnte ist es her, da machten sich Russen noch mit einem "Hoch auf die sowjetischen Microchips, die größten Microchips der Welt", über ihre veraltete IT-Welt hinterm Eisernen Vorhang lustig. Seither hat sich jedoch einiges getan und das Land einen Sprung nach vorn gemacht.

HB MOSKAU. Branchenriesen wie Intel, IBM oder HP beschäftigen tausende russische Entwickler. "Sie arbeiten viel eigenständiger als die Inder", lobt ein deutscher Softwarehersteller. Als "die innovative Nation" präsentiert sich das Partnerland Russland auf der diesjährigen CeBIT vom 15. bis 21. März in Hannover. Die Begeisterung wird allerdings von Raubkopierern, Cyberkriminalität und Geheimdienstkontrolle über das Internet getrübt.

Der russische Wirtschaftsaufschwung der vergangenen Jahre beruhte fast ausschließlich auf den Rekordpreisen für Energieträger und andere Rohstoffe. Präsident Wladimir Putin dringt deshalb seit langem auf eine Diversifizierung der heimischen Wirtschaft. "Die Informations- und Kommunikationstechnologien sind Russlands nächster Bodenschatz", verkündet Kommunikationsminister Leonid Reiman selbstbewusst. Der Kreml fördert spezielle Wirtschaftszonen.

Russland gewinnt sowohl als Produzent als auch als Absatzmarkt an Bedeutung. Nach Angaben des deutschen Branchenverbandes Bitkom hängen mittlerweile mehr als 10 000 Arbeitsplätze in Deutschland vom Exportgeschäft mit Russland ab. Die deutsche Software AG zum Beispiel zählt in Russland etwa 100 Kunden, darunter die Kreml-Administration, den Gasmonopolisten Gazprom, die Fluggesellschaft Aeroflot, den Rüstungsexporteur Rosoboronexport sowie die russische Eisenbahn. Der russische ITK-Markt wächst seit 2000 jährlich um knapp 20 Prozent.

Auf der Gegenseite stehen für 2007 russische Softwareexporte im Wert von 1,5 Mrd. Euro. Der Prozessorhersteller Intel beschäftigt die meisten Ingenieure außerhalb der USA in Russland. Die dramatische Abwanderung von bestens ausgebildeten Entwicklern der 1990er Jahre ist gestoppt. Viele russische Programmierer kehren in ihre Heimat zurück. Vor allem bei Sicherheitstechnologien sind die Russen längst weltweit akzeptiert - man denke nur an Kaspersky - Programme.

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