Notebooks, PDAs und Smartphones
Gefahr durch vergessene Daten

Notebooks gehen mit Vorliebe auf Flughäfen verloren. Auch PDAs, Smartphones, MP3Player und USB-Speichersticks erreichen oft das Reiseziel nicht, sondern landen inklusive ihrer Daten im Fundbüro – falls ein ehrlicher Finder sie abgibt.

hiz DÜSSELDORF. Im vergangenen Jahr haben Flugreisende mehr als 5000 mobile Geräte auf Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verloren oder vergessen. Das zeigt eine Umfrage der Utimaco Safeware AG bei den Fundbüros der zehn größten Flughäfen in dieser Region. Besonders Geschäftsreisende tragen zu den hohen Verlustzahlen von Notebooks, PDAs und Smartphones bei. Besonders auf Flughäfen mit einem großen Kurzstrecken-Angebot werden täglich mehrere dutzend Geräte gefunden. An Hauptreisetagen sind es auch schon mal hundert und mehr. Dabei ist die Dunkelziffer, also Geräte die keinen ehrlichen Finder hatten, in den Ergebnissen nicht berücksichtigt.

Die Hauptursache für vergessene Notebooks sind nach Aussagen von Fundbüro-Mitarbeitern zumeist die extrem verschärften Sicherheitskontrollen. Aus Zeitdruck oder wegen des großen Gedränges werden Notebook und Co. nach der Kontrolle oft nicht wieder eingepackt. „Wir überprüfen alle Gegenstände, ob sie Hinweise auf ihren Halter bergen. Bei einem eingeschalteten Handy nehmen wir Gespräche sogar an, um den Anrufer zu befragen, wen er gerade erreichen wollte. Auf diese Weise finden wir oft Name und Adresse des Besitzers heraus und stellen das Gerät direkt zu“, verrät eine Fundbüroangestellte des Hamburger Flughafens. Allerdings vermissen einige Besitzer ihre mobilen Helfer offensichtlich doch. Durchschnittlich drei Viertel der Verlierer melden sich innerhalb einer Woche berichten die Fundbüros. Ist der Eigentümer nicht zu ermitteln, landen die Geräte irgendwann auf einer öffentlichen Versteigerung – allerdings mit gelöschten Speichern und neu formatierten Festplatten.

Nach Ansicht von Datensicherheitsexperten stellt der Verlust von Notebooks, PDAs und Smartphones ein hohes Sicherheitsrisiko für die betroffenen Unternehmen dar. Fehlen entsprechende Vorsichtsmaßnahmen, liegen die Informationen schnell offen. Bei Geschäftsreisenden können darunter auch streng vertrauliche Unternehmenszahlen, Entwicklungs- und Konstruktionsdaten sowie Geschäftspläne sein; sowohl firmeneigene wie auch die von Geschäftspartnern oder Kunden. Selbst bei versteigerten Geräten mit gesäuberter Festplatte können technisch versierte Neubesitzer die ursprünglich gespeicherten Daten rekonstruieren.

Dass Flughäfen außerdem für Gelegenheits-Diebe das beliebteste Jagdrevier sind, zeigt eine weitere Befragung bei 200 Firmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern. Stattliche 31 Prozent gaben an, dass Firmen-Notebooks hauptsächlich auf Flughäfen gestohlen werden, knapp gefolgt von Hotels mit 29 Prozent und öffentlichen Verkehrsmittel mit 20 Prozent. In den seltensten Fällen werden Notebooks in Restaurants, Konferenzsälen oder Besprechungsräumen gestohlen.

„Die sensiblen, oft wertvollen Informationen auf Unternehmens-Notebooks können bei Verlust oder Diebstahl erheblichen wirtschaftlichen Schaden anrichten. Theoretisch reicht der Konkurrenz eine kopierte Laptop-Festplatte und der Wettbewerbsvorteil ist dahin“, mahnt Richard Aufreiter, Sicherheitsexperte bei der Utimaco Safeware AG. „Eine Kombination aus Verschlüsselung und Authentisierung beugt dem Finanz- und Image-Schaden durch Datenmissbrauch vor.“ Im Internet stehen Tipps zum Schutz von Notebooks, PDAs, Smartphones und Wechseldatenträgern wie MP3-Playern und USB-Sticks zur Verfügung

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