Nur 15 Prozent der vorhandenen Glasfaser-Leitungen werden genutzt
Datenautobahnen sind verwaist

Glasfaserleitungen galten lange Jahre als lukrative Geldquelle. Der Boom blieb bis heute jedoch aus. Die meisten Leitungen - besonders in den USA - liegen ungenutzt in der Erde.

hiz DÜSSELDORF. Wie das Technologieberatungsunternehmen Adventis ermittelte, bestehet ein gigantisches Überangebot an Glasfaser-Übertragungskapazitäten. Nur 15 Prozent der installierten Leitungen wird genutzt. Nach einem Bericht des Wall Street Journal ist vor allem in den USA ein Glasfasernetz installiert, dass bis heute auf Anwender wartet. Auch die bereits genutzten Leitungen werden nach der Meinung der Marktforscher nicht ausgereizt. Gerade mal fünf Prozent der möglichen Leistung wird den schnellen Datenautobahnen abverlangt.

Obwohl die Datenmenge, die weltweit per Internet ausgetauscht wird, in den letzten zehn Jahren um mehr als das 31/nbsp;000-fache gestiegen ist, entspricht dieser enorme Zuwachs nicht den Erwartungen der Industrie. Sie vertraute auf die optimistischen Prognosen und vergrub weit mehr Glasfaserleitungen als heute benötigt werden.

Andy Belt, Präsident von Adventis, sieht keine Besserung: "Ich kann mir kein realistisches Szenario vorstellen, unter dem die vorhandenen ungenutzten Leitungen endlich in Betrieb genommen werden könnten." Es ist bis heute keine Killerapplikation in Sicht, die den Datenhunger den übergroßen Kapazitäten anpasst. Zudem werden durch verbesserte Übertragungstechniken die vorhandenen Kupferkabelnetze effektiver genutzt. Aus dem Siegeszug von DSL und Kabelmodems ist den Lichtleitern eine starke Konkurrenz erwachsen.

Nutznießer dieser Entwicklung sind die Mieter von Glasfaser-Leitungen. Lag der Preis in den USA vor fünf Jahren noch zwischen 1500 bis 2000 Dollar pro Meile, liegt er heute zwischen 750 und 1000 Dollar. Mit ein wenig Glück kann man auf dem Sekundärmarkt sogar eine Glasfaser-Leitung für etwa 35 Dollar pro Meile mieten.

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