Nur von 1,4 Prozent genutzt
Handy als MP3-Player meist teure Alternative

Das Handy wird immer mehr zum sprichwörtlichen Alleskönner. Mancher mag fragen, wozu man eigentlich noch einen MP3-Player oder Fotoapparat braucht, wenn mit dem Mobiltelefon auch Musik abgespielt und Schnappschüsse gemacht werden können. Selbst das Navigationsgerät soll bald überflüssig werden. Doch rechnet sich das?

HB FRANKFURT. Als besonders zukunftsträchtig gilt Musik auf dem Handy. Gerade hier zeigt sich aber, dass zwischen Angebot und tatsächlicher Nutzung eine große Lücke klafft. Die Zahl derjenigen, die Musik auf dem Handy hören oder mobil aus dem Internet herunterladen, bewegt sich tief unten im einstelligen Prozentbereich, wie die Marktforscher von M:Metrics (www.mmetrics.com) ermittelt haben. Nach ihrer Erhebung im Juli haben gerade einmal 1,4 Prozent der Handy-Nutzer in Deutschland ihr Mobilfunkgerät auch als MP3-Player genutzt und nur 0,3 Prozent haben Musik auf ihr Gerät heruntergeladen. In anderen Ländern sieht es nicht viel anders aus.

Als Grund nennen die Marktforscher von M:Metrics die zu hohen Kosten. Hier seien die Netzbetreiber in der Pflicht, um Downloads günstiger zu machen. Und das gilt wohl nicht nur für Musik-Downloads, sondern für die mobile Internet-Nutzung insgesamt.

Das Internet ist nach dem Fehlstart der WAP-Technik immer noch nicht umfassend auf dem Handy angekommen. Endlos im Internet herumsurfen will wohl kaum jemand mit dem Handy, aber mal schnell nach den E-Mails sehen oder nachschauen, wo denn die nächste Apotheke ist, wäre manchmal schon ganz nützlich. Dazu stellen immer mehr Anbieter kleine Symbian -, Java- oder Windows-Anwendungen zur Verfügung, die auf dem Mobilfunkgerät installiert werden. So gibt es Programme, bei denen man Suchanfragen schon eingeben kann, bevor die kostenpflichtige Internet-Verbindung hergestellt wird. Inzwischen haben alle großen Portale - von Google bis web.de - ihre Angebote in irgendeiner Form für die mobile Nutzung angepasst.

Dass sich das Handy sehr gut als Navigationsgerät eignet, zeigen Programme wie Google Maps oder Map24. Wer registrierter Nutzer bei Map24 ist und sich ein kleines Programm aufs Handy geladen hat, kann sofort auf schon gespeicherte Routen oder Karten zugreifen und hat diese unterwegs griffbereit. Nokia stellt dazu bereits den Empfang der GPS-Daten bereit.

Die fortschreitende Miniaturisierung der Bauteile und die technische Weiterentwicklung machen es möglich, immer mehr Funktionen ins Handy zu integrieren. Für die Hersteller der Mobilfunkgeräte wird es zunehmend wichtiger, ihren Kunden neue Möglichkeiten anzubieten, da sich eine Sättigung des Marktes abzeichnet. Noch buntere und schrillere Klingeltöne reichen als Kaufgrund nicht aus. Bei interessanten Inhalten wie dem mobilen Fernsehen müssen aber auch die Kosten stimmen, damit die Verbraucher die Angebote annehmen.

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