Obama hält die Welt in Atem: Fernsehen schlägt das Internet

Obama hält die Welt in Atem
Fernsehen schlägt das Internet

Die Amsteinführung Barack Obamas hat neue Rekorde bei den Videoabrufen im Netz aufgestellt - aber auch Grenzen aufgezeigt. Neuigkeiten gibt es unterdessen von YouTube und MySpace - "Darüber spricht das Netz" - jeden Freitag bei Handelsblatt.com.
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Auch wenn die Zahlen gigantisch sind und neue Rekorde aufgestellt wurden - die Amtseinführung von Barack Obama hat erneut gezeigt, dass das Internet in Sachen Video-Live-Übertragungen noch keine Chance gegen das Fernsehen hat. CNN.com allein berichtet von 21,3 Millionen ausgelieferten Video-Streams, in den Spitzen schauten 1,3 Millionen Nutzer zeitgleich zu. Dienstleister Akamai, der über seine Server Videos für viele News-Websites ausliefert, verzeichnete nach eigenen Angaben 5,4 Millionen Nutzer pro Minute. Allerdings waren unter diesen Millionen auch viele enttäuschte Nutzer. So berichten Blogs in aller Welt von Warteschleifen, abgebrochenen, stotternden Streams, die das Sehvergnügen zunichte machten. Offensichtlich waren viele Server mit dem Besucherstrom einfach überfordert. Im Gegensatz zum Fernsehen sind die Kapazitäten der Internet-Server begrenzt. Und um sie für einzelne Events wie den Tag Barack Obamas kräftig zu erhöhen, fallen horrende Kosten an. Ein Ausweg könnte das Nutzen der P2P-Technologie sein, bei der die Qualität von Video-Streams sogar besser wird, je mehr Leute zuschauen. Bis sich die großen Websites allerdings dazu durchgerungen haben, bleibt bei Mega-Events wohl erstmal nur der gute alte Fernseher. Übrigens: Obama hat einen weiteren Server zum Absturz gebracht: den der Bekleidungsfirma J. Crew - bevorzugte Marke der First Lady.

Internet-Links

The Day Live Web Video Streaming Failed Us: www.techcrunch.com

Online Video of Inauguration Sets Records: www.nytimes.com

Inauguration Day, by the numbers: Webware / news.cnet.com

Seeking Obama Fashions, Visitors Crash J. Crew?s Web Site: bits.blogs.nytimes.com

Video-Gigant YouTube bietet unterdessen extra für Barack Obama einen neuen Service an: Erstmals ist es offiziell möglich, einzelne YouTube-Videos auf den eigenen Computer zu laden und sie nicht mehr nur noch online zu schauen. Dabei handelt es sich vorerst zwar nur um die wöchentlichen Ansprachen des neuen US-Präsidenten, doch weitere Downloads werden in Zukunft sicher folgen. Nach kurzer Zeit machten in den internationalen Blogs auch die ersten Vermutungen die Runde, dass YouTube in das Geschäft mit bezahlten Downloads einsteigen könnte. Gerade für Film- und TV-Produzenten wäre es sicher keine schlechte Idee, ihre Inhalte auch über YouTube zu verkaufen. Apple hat mit Video-Downloads schließlich inzwischen auch einen beachtlichen Erfolg. Kommt nun also der YouTube-Video-Store? Wir werden sehen.

Internet-Links

(Some) YouTube videos get download option: Webware / news.cnet.com

YouTube begins experimenting with downloadable videos arstechnica.com

YouTube Offering DRM-Free Video Downloads: www.alleyinsider.com

MySpace MySpace-Ableger Music will im zweiten Quartal den internationalen Markt betreten. Bisher ist das Angebot, über das Nutzer kostenlos und werbefinanziert Musik der großen Majors und vieler kleinerer Labels hören können, nur für US-Amerikaner nutzbar. Der Erfolg ist dabei offenbar beachtlich: Nutzer hätten bereits 95 Millionen Playlists angelegt und über die Kooperation mit Amazon werden kräftig MP3s verkauft. In welchen Ländern außer Großbritannien der internationale Start noch stattfindet, ist zwar noch nicht bekannt, man führe aber in allen wichtigen Märkten Gespräche, so MySpace-Music-Chef Courtney Holt auf der Musik-Konferenz MidemNet.

Internet-Links

MidemNet - MySpace Music?s Holt On Challenges, Going Global In Q2: www.paidcontent.org

MySpace Music will weltweit expandieren: futurezone.orf.at

MidemNet Blog: www.midemnetblog.typepad.com

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