"Öffentlich-rechtlichen Sender zu langsam bei HDTV"
Panasonic-Europachef wettert gegen ARD und ZDF

Für ihre Zurückhaltung beim hochauflösenden Fernsehen HDTV wurden die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF scharf von Panasonic-Europachef Joachim Reinhart kritisiert.

HB BERLIN. "Es ist eine Schande, dass die Fußball-WM in Deutschland nur im Bezahlfernsehen in hoher Auflösung zu sehen sein wird", sagte Reinhart auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin der dpa. Die Industrie könnte jederzeit in erforderlicher Stückzahl die notwendige Produktionstechnik für hochauflösendes High-Definition- Fernsehen liefern.

Das Format ermöglicht durch die höhere Anzahl der Bildpunkte auf dem Bildschirm eine deutliche Verbesserung der Bildqualität. Der Umstieg auf die höhere Auflösung macht letztlich den Austausch der gesamten Infrastruktur vom Fernseher oder Recorder bis hin zur Produktionstechnik der Sender notwendig.

Panasonic rechnet mit einem schnellen Vormarsch der Technik in Europa. Bis 2008 sollen nach Markterhebungen bis zu 15 Millionen HD-fähige Fernsehgeräte verkauft werden. Eine hochauflösende Videokamera im Taschenformat, wie sie Panasonic auf der IFA zeigte, könnte in zwei Jahren auf dem Markt sein, sagte Reinhart.

Auch das von dem Unternehmen in Berlin demonstrierte Heimnetzwerk, bei dem praktisch alle elektrischen Geräte über ein Menü auf dem TV-Bildschirm gesteuert werden, könnte technisch schon heute installiert werden. Hindernisse seien aber noch der Preis und der hohe Zertifizierungs-Bedarf.

Der Panasonic-Europachef sieht die Marken-Hersteller von Unterhaltungselektronik mit dem Vormarsch neuer Technologien in einer guten Position. Nur sie könnten anders als kleine Billigproduzenten die notwendigen hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung stemmen.

Die Computerindustrie sei zwar ein starker Wettbewerber, aber letztlich für einen Alleingang in die Wohnzimmer nicht aufgestellt. Panasonic sei dabei dank der Präsenz in zentralen Bereichen wie Halbleitertechnik sowie der Forschungsausgaben von voraussichtlich gut sechs Milliarden Dollar im laufenden Geschäftsjahr (bis Ende März) für den Wettbewerb gut gerüstet."Wir haben riesen Schritte gemacht. Die Marke ist wieder da und wir sind stolz darauf".

Ein wichtiges Zukunftsfeld, in dem derzeit intensiv und mit hohen Kosten geforscht werde, sei die Nanotechnologie. Beim Fernsehen seien ultra-dünne Bildschirme, die wie eine Tapete an die Wand geklebt werden könnten, eine wahrscheinliche Zukunftstechnik.

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