Öffentliche Bibliotheken
„Bibliothek 2.0“ gestartet

Die öffentlichen Bibliotheken in Deutschland haben mit der „Onleihe“ am Mittwoch ein europaweit einzigartiges Angebot gestartet.

dpa/lno HAMBURG. An dem Pilotprojekt beteiligen sich zunächst die öffentlichen Bibliotheken von Hamburg, Köln, Würzburg und München. „Die Onleihe ist die Antwort der Bibliotheken auf die digitale Revolution“, sagte Holger Behrens, Geschäftsführer der Wiesbadener Divibib GmbH, am Mittwoch in Hamburg, die das Angebot für die Bibliotheken entwickelt hat.

Zum Ausleihen aus den öffentlichen Bibliotheken soll sich der Nutzer künftig nicht mehr an Öffnungszeiten richten müssen. Das Online-Angebot, das zunächst jeweils bis zu 10 000 digitale Titel, darunter Hörbücher, E-Books, Videos und Musik, umfasst, soll über das Internet rund um die Uhr verfügbar sein. Wie in der analogen Bibliothek dauert die Ausleihfrist rund fünf Tage, danach werden die Medien unbrauchbar. Die Medien sind mit Microsofts Kompressionsverfahren WMA (Windows Media Audio) kodiert und lassen sich an Windows-PCs sowie Playern mit Windows Media Player-Software abspielen.

In den öffentlichen Bibliotheken in Deutschland werden im Schnitt rund 350 Mill. Medien im Jahr ausgeliehen, sagte Hella Schwemer- Martienßen, Direktorin der Bücherhallen Hamburg. Das neue Online- Angebot sei ein ausgezeichnetes Instrument zur Kundenbindung. Es gelte dem Online-Händler Amazon mit einem Angebot ohne Kaufzwang etwas entgegenzusetzen. In Würzburg seien die Nutzer öffentlicher Bücherhallen zu 70 Prozent unter 40 Jahre, sagte Hannelore Vogt, Leiterin der Stadtbücherei Würzburg. „Junge Nutzer nutzen das Web 2.0 und erwarten von uns zu Recht auch die „Bibliothek 2.0“.

Zusammen mit Würzburg sind die Hamburger Bibliotheken bereits am Mittwoch an den Start gegangen, am 18. Juni soll Köln und im Juli München folgen. Bis zum Jahresende sollen insgesamt 20 Bibliotheken mit einem digitalen Ausleih-Angebot online sein, sagte Behrens.

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