Offene Datenbank
Echoprint will Musik des Planeten erfassen

Das Projekt Echoprint will mit einer offenen Datenbank und der dazugehörigen quelloffenen Software den gesamten Musikkatalog unseres Planeten erfassbar machen. Auch seltene oder in kleinen Regionen verbreitete Musik wäre damit erkennbar.
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BerlinDas Echoprint-Projekt lehnt sich vom Namen her an den Fingerprint (Fingerabdruck) an und soll genau das ermöglichen, was auch ein Fingerabdruck leistet: eine eindeutige Identifikation, nur in diesem Fall von Musik anhand der Audiosignale. Metadaten sind für Echoprint und darauf aufbauende Anwendungen nicht notwendig. Das gesamte Projekt ist Open Source und steht unter den Lizenzen MIT und Apache. Eine Bedingung gibt es nur bei der Nutzung der Echoprint-Datenbank. Die Echoprint Database License verpflichtet Anwender, die die Echoprint-Datenbank benutzen, dass gewonnene Erkenntnisse über Audiomaterial wieder zurück an die Community geschickt werden, damit auch andere davon profitieren.

Echoprint hat das Ziel, jeden existierenden Musiktitel identifizierbar zu machen und ist damit eine Alternative zu Diensten wie etwa Shazam. Echoprint soll einige Probleme lösen, die bei anderen Diensten aufgrund ihrer geschlossenen Art auftreten. Bands können beispielsweise Echoprint benutzen, um ihre Musik selbst erkennbar zu machen. Anwendungen, die auf Echoprint setzen, können dann auf diesen Katalog zugreifen. Vor allem kleine Bands oder Nischenmusik dürften davon profitieren. Solche Musik hat es unter Umständen schwer, in die großen Kataloge zu kommen. Wer unterwegs diese Art von Musik hört, kann sie beispielsweise mit einem Smartphone nur selten identifizieren. Diese Erfahrung hat Golem.de beispielsweise mit Shazam und Weltmusik gemacht.

Projekt mit großem Potenzial

Die Macher hinter Echoprint hoffen natürlich auf rege Beteiligung der Community, um kommerziell wenig verbreitete Musik zu erfassen. Die Nutzer könnten beispielsweise einen Plattenspieler an einen Computer anschließen und ihre alte Scheiben aus Omas Zeiten katalogisieren. 20 Sekunden eines Musiktitels sollen ausreichen, um einen Song identifizierbar zu machen.

Zum Einsatz kommt die hinter Echoprint stehende Technik mit dem Namen The Echo Nest Musical Fingerprint (ENMFP) bereits seit 18 Monaten, allerdings nur per API oder bei geschlossenen Projekten. Das heißt aber auch, dass die Datenbank bereits gut gefüllt ist.

Trotzdem befindet sich das Projekt in Teilen noch am Anfang. Die Erkennung "over the air", also mit einem Mikrofon, das die Signale zu dem Echoprint-Server schickt, ist noch nicht ganz abgeschlossen, soll aber bereits funktionieren. Außerdem ist der Katalog des Partners 7Digital noch nicht komplett integriert. An Anwendungen mangelt es derzeit ebenfalls. Beispielcode für iOS dürfte zumindest das Erscheinen einer ersten App für Apples Plattform beschleunigen.

Weitere Informationen gibt es in der Ankündigung im Echo-Nest-Blog sowie auf der Projektseite echoprint.me.

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