Offensive gegen Kundenverlust
T-Mobile will mit neuen Preisen locken

Mit gesenkten Tarifen will Deutschlands größter Mobilfunkanbieter T-Mobile die Kunden zum häufigeren Telefonieren bewegen. Die Tochter der Deutschen Telekom stellte am Montag in Bonn drei neue Tarife für Vertrags- und Prepaidkunden vor und eröffnete damit die vom Konzernchef Kai-Uwe Ricke angekündigte Preisoffensive.

HB BONN. T-Mobile erhebt mit seinen neuen Tarifen den Anspruch, das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Neue Tarife im Festnetz sollen folgen. Die neuen Mobilfunkpreise liegen unter 0,10 Euro pro Minute, wie es der Vorstandsvorsitzende Kai-Uwe Ricke kürzlich angekündigt hatte. Zum einen bringt T-Mobile einen weiteren Pakettarif auf den Markt, der sich mit 1000 Minuten an Vieltelefonierer richtet. Ab 0,06 Euro pro Minute sind für Vertragskunden Verbindungen in alle Mobilfunknetze und ins deutsche Festnetz möglich. Letzteres bietet zudem ein neuer Pauschaltarif, der außerdem für Telefonate von T-Mobile - Kunden untereinander gilt. Auf Laufkunden mit Kartenguthaben gemünzt ist ferner ein Angebot, bei dem die Gesprächsminute 0,09 Euro kostet.

"Wir wollen dem Verbraucher die Kostenschere im Kopf nehmen", erläuterte der Deutschlandchef von T-Mobile, Philipp Humm, in Bonn die Ziele der Tarifoffensive. Dabei habe man aber nicht vor, der Billigste im Land zu sein. T-Mobile setze vielmehr zudem auf guten Service und auf sein Netz, das das beste in Deutschland sei. Diese qualitativ führende Stellung wolle man ausbauen, sagte Humm. So sollen bis Ende nächsten Jahres 450 zusätzliche Kundenbetreuer eingestellt werden. Ferner soll es neue Stellen im Geschäftskunden-Vertrieb sowie deutlich mehr "T-Punkt"-Verkaufsstellen geben.

Aussagen der Sorte "Ich rufe Dich nachher auf dem Festnetz zurück" sollen nach Vorstellung der Mobilfunkanbieter zudem der Vergangenheit angehören. Wenn ein Telefonat mit dem Handy unter zehn Cent pro Minute oder dank einer Flatrate scheinbar gar nichts mehr kostet, so die Hoffnung bei T-Mobile, werde der Kunde nicht mehr so genau darauf achten, über welches Netz und wie lange er spricht. Erfahrungen aus dem Ausland scheinen zu belegen, dass die Rechnung aufgehen könnte. Das Schlagwort der Marketingstrategen nicht nur bei T-Mobile, sondern auch bei den anderen Anbietern heißt "Elastizität". Niedrigere Minutenpreise führen dieser Lehre zufolge ab einer bestimmten Grenze, die in der Nähe von zehn Cent pro Minute vermutet wird, zu mehr Umsatz pro Kunde.

Tarifdschungel kaum gelichtet

Ob das in Deutschland funktioniert, dürfte sich bald zeigen. Lichter wird der Tarifdschungel im Mobilfunk durch die T-Mobile-Offensive jedenfalls kaum. Nach wie vor müssen die Kunden genau abwägen, welcher Tarif für sie der passende ist.

Bei der Telekom-Tochter zum Beispiel gibt es künftig drei Gruppen von Vertragstarifen und ein ebenfalls in mehreren Varianten erhältliches Prepaid-Angebot. Andere Anbieter bieten entsprechende, ebenfalls kaum noch überschaubare Tarifvarianten, und die vollmundigen Werbeaussagen tragen meist auch nicht zu Klarheit bei.

Die Unterschiede liegen in den monatlichen Fix-Kosten und in den Gesprächspreisen, die wiederum unterschiedlich sind je nachdem, wann in welches Netz telefoniert wird. Die monatlichen Grundpreise beispielsweise liegen bei den Vertragsangeboten von T-Mobile zwischen knapp sieben Euro für den Tarif "Basix" ohne neues Handy bis zu 68 Euro für "Relax 1 000" mit Handy. Letzteren Tarif sieht Humm als "de-facto-Flatrate" an, da das Kontingent von 1 000 Freiminuten für Gespräche in alle deutschen Netze, auch die der Mobilfunkkonkurrenz, nur in den seltensten Fällen ausgeschöpft werden dürfte.

Dazwischen liegen vier weitere Abstufungen der Relax-Tarife, eine "Max" genannte Flatrate, allerdings nur für Gespräche ins Festnetz sowie in das T-Mobile-Netz, sowie auch noch "Tmobile(at)home" als Zwittertarif, der vom Mobiltelefon in einer festgelegten Nahzone um die eigene Wohnung Festnetzgespräche für vier Cent pro Minute ermöglicht.

Auch die Preise für Gesprächsminuten sind nicht eben übersichtlicher: Von 39 Cent pro Minute ins Festnetz oder gar 49 Cent in andere Mobilfunknetze bei Prepaidkarten geht die Spanne über zahlreiche Stufen wie neun Cent für Festnetzgespräche am Wochenende oder abends zwischen 20.00 Uhr und 07.00 Uhr bis hin zu rechnerischen sechs Cent pro Minute bei "Relax 1 000" in alle Netze oder eben null Cent bei der auf das deutsche Festnetz und das T-Mobile-Netz beschränkte Flatrate "Max".

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