Online-Betrug
Identitätsklau im Internet

Das Internet bietet Betrügern effiziente Werkzeuge, um an personenbezogene Daten zu kommen und eignet sich perfekt zum kriminellen Networking über Ländergrenzen hinweg. Das organisierte Verbrechen im Online-Bereich nimmt zu. Den Opfern des Identitätsklaus droht dabei die Strafverfolgung.

Als Douglas Cade Havard 19 Jahre alt wurde, war er bereits ein geübter Fälscher. Damals manipulierte er in Texas Personalausweise für minderjährige Studenten, damit diese an Alkohol kamen. In Internet-Chatrooms hatte er die meisten seiner Tricks gelernt. Mit 21 ging Havard nach London und stieg bei einem der größten Online-Betrüger ein: Carderplanet.com trieb illegalen Handel mit gestohlenen personenbezogenen Daten. Das in weiten Teilen russische und osteuropäische Netzwerk operierte im großen Stil auf multinationaler Ebene. Havard stieg schnell in der Organisation zum "Senior" auf, fuhr ein dickes Auto und ließ in Clubs und Casinos den Champagner in Strömen fließen. Heute ist Douglas Cade Havard 22 Jahre alt und sitzt in einer Gefängniszelle in Leeds. Das Carderplanet-Netzwerk ist nicht mehr online zu erreichen.

Dieser Fall ist einer der wenigen, die einen Blick auf den wachsenden Internet-Handel mit gestohlenen Daten erlauben. Es wird bereits vom "white-collar crime", der Wirtschaftskriminalität des 21. Jahrhundert gesprochen. In den USA sind rund 10 Millionen Menschen von den elektronischen Verbrechen betroffen. Amerikanische Studien der Regierung und Industrie gehen davon aus, dass der Wirtschaft und Einzelpersonen bis jetzt eine Schaden von 55 Milliarden Dollar entstanden ist.

Zwar entschädigen die meisten Banken ihre Kunden im Falle des Kreditkartenbetrugs, die Opfer bleiben dennoch im Chaos zurück. Nicht selten fallen Gerichtskosten an, um die Finanzsituation wieder in den Griff zu bekommen. In einigen Fällen mussten in den USA Datenklau-Geschädigte sogar die Schulden zurückzahlen, die die Betrüger in ihrem Namen gemacht hatten. Manche wurden für Verbrechen verhaftet, die andere mit Hilfe der gestohlenen Identität begingen.

Noch geht die meiste Gefahr von Offline-Delikten aus, etwa durch kriminelle Kellner oder Ladenbesitzer, die mit Kreditkartenfälschern gemeinsame Sache machen. Doch der Fall Carderplanet zeigt, wohin die Reise geht. Das Internet bietet Betrügern effiziente Werkzeuge, um an personenbezogene Daten zu kommen und eignet sich perfekt zum kriminellen Networking über Ländergrenzen hinweg. Vollzugsbehörden warnen deshalb: Der Identitätsklau nimmt zu, weil der Online-Betrug zunimmt.

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