Online-Dienst
Netz lästert über Twitter-Panne

Der Kurznachrichtendienst Twitter hatte am Donnerstagabend technische Probleme. Der Dienst brach zusammen und keine Nachrichten ließen sich versenden oder lesen. Als der Fehler behoben war, spottete das Netz.
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DüsseldorfProgrammierer und Netzwerk-Manager beim Kurznachrichtendienst Twitter sind am Donnerstagabend ins Schwitzen geraten. Kurz vor 18 Uhr deutscher versagte das Angebot seine Dienste und war nicht abrufbar. Eine Meldung über eine Reparatur des Fehlers war verfrüht, Twitter hakte immer wieder.

Die Hackergruppe UGNazi behauptete gegenüber einigen US-Medien, dass sie durch massenweise Seitenabrufe die Server überansprucht habe. Solche DDoS genannten Angriffe geschehen immer wieder. So melden auch Netzaktivisten der Gruppe Anonymous häufig solche Attacken auf Websites, etwa auf die des US-Geheimdienstes CIA.

Die Twitter-Nutzer spotteten über die Panne, nachdem das US-Unternehmen in einer Kurzmitteilung den Grund für den Vorfall mitgeteilt hatte. „Der heutige Ausfall geht auf einen kaskadierenden Bug („Käfer“) in einer unserer Infrastrukturkomponenten zurück“, ließ die Pressestelle wissen.

Diese holzschnittartige Erklärung ließ viele Nutzer schmunzeln. So etwas würde man schreiben, „wenn man keinen wirklichen Grund weiß“, kommentierte Nutzer BullsEye09 und AdamSimonMcD pflichtete bei, dass ein „kaskadierender Bug“ eine Variante sei für „Wir wissen verflucht nochmal nicht, was los war.“ Nutzer Thoughtcat wiederum deutete die Statusmeldung so: „Also ist der Putzmann über den Stecker gestolpert.“ Und ChronicleBenny hält den kaskadierenden Bug bereits für den nächsten VW Käfer.

Wöchentlich senden Twitter-Nutzer über drei Milliarden Kurznachrichten. Ihnen blieb während des Ausfalls endlich mal Zeit für andere Beschäftigungen, wie sie unter dem Stichwort #WhileTwitterWasDown mitteilten. Ein Nutzerin teilte mit, ständig ihr Telefon ein- und ausgeschaltet zu haben in der Hoffnung, der Fehler werde sich beheben. Und ein TV-Journalist in den USA (ReporterKHTV6) schrieb: „Ich habe etwas mit über 140 Zeichen Länge gelesen und bin eingeschlafen.“ Und einer meinte, er sei beinahe zu Google+ gewechselt, dem wegen Erfolgslosigkeit verspotteten Konkurrenten des sozialen Netzwerks Facebook.

Alternatien zur Twitter-Nutzung
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Online-Dienst: Netz lästert über Twitter-Panne"

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  • Dass als Beispiele ausgerechnet irgendwelche Spammer mit offensichtlich "erotischem "Hintergrund angeführt werden als Alternative zu Twitter rückt den Dienst wohl endgültig in die Nerd- und Spinnerecke.... Ein wenig mehr Aufwand hätte es schon sein dürfen

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