Online-Enzyklopädie zum Mitmachen
Anarchie ist bei Wikipedia Programm

Wikipedia ist eine Online-Enzyklopädie, deren Inhalte von den Nutzern selber geschaffen werden. Alle Autoren haben dabei die GNU-Lizenz für freie Dokumentation akzeptiert. Das bedeutet: Die Inhalte sind frei und sollen es nach den Worten der Betreiber für immer bleiben.

HB HAMBURG. Der Musiker und Produzent Dieter Bohlen wurde als Dieter Günther Bohlen am 7. Februar 1954 in Oldenburg geboren. Die Ruine Steinschloss ist die höchstgelegene Burg-Ruine in der österreichischen Steiermark. Dieses und anderes Wissen bietet die Online-Enzyklopädie Wikipedia. Das besondere daran: Die mehr als 100 000 deutschsprachigen Artikel stammen nicht aus einer Lexikon-Redaktion. Jeder kann bei Wikipedia mitarbeiten. Tausende Autoren schreiben und recherchieren an der Wissensdatenbank - ohne Lohn und mit dem Ziel, irgendwann einmal mit dem Brockhaus konkurrieren zu können. Dabei sind die Texte mit Quellenangabe frei verfügbar.

Knapp 500 Artikel kommen nach Angaben des Projektsprechers Arne Klempert täglich neu hinzu. „Die Qualität ist dabei sehr unterschiedlich“, sagt Klempert. „Manchmal handelt es sich um Einzeiler, die gerade noch so als Artikel durchgehen.“ Andererseits gebe es aber auch eine Reihe exzellenter Beiträge. Die Wikipedianer, so nennen sich die Aktiven bei Wikipedia selbst, verfahren mit den Texten anarchisch: Jeder kann jeden Text verbessern, Passagen hinzufügen oder löschen. Da ist Vandalismus Tür und Tor geöffnet, möchte man meinen. Doch die Störer verlieren bei der Online-Enzyklopädie schnell die Lust, sagt Klempert. Alle Versionen eines Artikels sind jederzeit abrufbar, nichts geht für immer verloren. Oft sind Fehler in der neuesten Artikel-Version schon nach kurzem behoben. „Schäden rückgängig zu machen, ist bei Wikipedia einfacher als Schaden anzurichten.“

Rund 4000 registrierte und ungezählte nicht-registrierte Autoren hüten den Wissensschatz Wikipedia und stellen ihre eigenen Kenntnisse zur Verfügung, um das Lexikon weiterzuentwickeln. „Viele haben Spaß daran, ihr Wissen zu teilen und durch die Verbesserungen der anderen Autoren lernt man selbst wieder etwas dazu“, beschreibt Klempert das Motiv, ein Wikipedianer zu sein.

Die Idee zu Wikipedia hatte der US-Amerikaner Jimmy Wales. Im Januar 2001 startete zunächst eine englischsprachige Version der Online-Enzyklopädie, bereits im Mai des gleichen Jahres entstand die deutsche Ausgabe. Unterdessen ist die Online-Enzyklopädie in rund 80 Sprachen verfügbar, darunter Esperanto und Plattdeutsch. Die englische Version ist derzeit die größte, gefolgt von der deutschen Wikipedia. Die Serverfarm in Florida wird von Wales' Stiftung Wikimedia getragen.

Der Brockhaus-Verlag, der im kommenden Jahr 200 Jahre alt wird, sieht die Konkurrenz aus dem Internet gelassen. Brockhaus-Sprecher Klaus Holoch glaubt nicht, dass Wikipedia einmal den Brockhaus ersetzen kann. „Die Brockhaus-Enzyklopädie bietet geprüftes Wissen, auf das man sich hundertprozentig verlassen kann.“ Dies sei bei Wikipedia keinesfalls so. „Man kann Wikipedia nicht mit Brockhaus vergleichen.“

Internet: www.wikipedia.de

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