Online-Gebrauchtwagenhandel macht den Anfang
Schluss mit lustig - Mobile.de will jetzt Geld

Der Handel mit gebrauchten Autos im Internet wird in Zukunft wohl nicht mehr kostenfrei sein. Der deutsche Marktführer unter den Internet-Gebrauchtwagenseiten, Mobile.de, will im kommenden Jahr für die Inserate privater Kunden zehn Euro verlangen, teilte das Unternehmen am Montag in Hamburg mit.

DÜSSELDORF. Bisher mussten private Autobesitzer für Inserate unter www.mobile.de nichts bezahlen. Das soll sich jetzt ändern. Bereits ab 8. September kostet eine Anzeige im Internet acht Euro - ein Einführungspreis. Denn ab Januar 2004 zahlt der Kunde 10 Euro pro Fahrzeug. Außerdem können über Mobile.de künftig auch Autos ersteigert werden.

"Wir haben ein gutes Gefühl und sind uns recht sicher, dass der Entschluss unter den Nutzern auf breite Akzeptanz stoßen wird", sagte Rüdiger Bartholatus, Vorstandsvorsitzender bei Mobile.de, im Gespräch mit handelsblatt.com. Bereits im Mai sei der Entschluss für die Einführung der Gebühren gefallen. Rund die Hälfte der Kunden von Mobile.de sind private Inserenten, die anderen 50 Prozent machen professionelle KFZ-Händler aus. Sie zahlen auch heute schon Gebühren für ihre Anzeigen. "Beide Gruppen profitieren gleichermaßen von unserem Angebot", so Bartholatus. "Daher ist es nur billig, wenn sich auch beide Gruppen finanziell beteiligen."

Der Handel mit Gebrauchtwagen gehört zu den erfolgreichsten Geschäftsmodellen im Internet. Jeder fünfte Gebrauchtwagen in Deutschland wird über Mobile.de gehandelt, das sind im Jahr 2,4 Millionen Fahrzeuge im Wert von 18 Milliarden Euro. Rund 840 000 Autos stehen allein bei Mobile.de zur Auswahl - und etwa 220 000 Fahrzeuge werden Monat für Monat per Maus-Klick an den Mann gebracht. So erreicht das Unternehmen mit knapp 100 Mitarbeitern in diesem Jahr einen Umsatz von 22,7 Millionen Euro.

Dieses Ergebnis soll auch von den neuen Gebühren nicht geschmälert werden. Zwar rechnet Bartholatus mit einem ersten Rückgang der Inserate, mittelfristig könne das alte Niveau jedoch wieder erreicht werden: "Wir schätzen, dass der Umsatz spontan in die Höhe schnellen wird, um sich dann Anfang 2004 auf ein gewisses Maß einzupendeln."

Der stärkste Konkurrent von Mobile.de ist Autoscout24. Knapp 800 000 Fahrzeuge finden sich im Angebot, rund 45 000 können pro Monat vermittelt werden. Der Umsatz betrug im Jahr 2002 etwa 26 Millionen Euro. Für private Anbieter ist die Textanzeige bei Autoscout24 mit einem Bild kostenlos, allerdings zahlt der Kunde schon seit Herbst 2000 für das zweite bis sechste Bild. Das Unternehmen äußert sich nicht zu den Gebühren, die Mobile.de ab dem Herbst erheben will.

Laut dem Vorstandsvorsitzenden von Mobile.de sollen sich die Gebühren nicht nur positiv auf die Brache der PKW-Vermittlung via Internet auswirken. Der gesamte Online-Markt profitiere von diesem Schritt. Bartholatus: "Wenn so ein großes Unternehmen wie Mobile.de sein Angebot kostenpflichtig macht, wächst generell die Bereitschaft der Nutzer, für Online-Dienste zu bezahlen. Ergebnis ist also auch ein positiver Begleiteffekt für Konkurrenten und für das Internet überhaupt."

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