Online-Petition
„Es mischen sich jetzt Online- und reale Welt“

Eine Online-Petition gegen die vom Familienministerium geplanten Internetsperren bricht alle Rekorde. Nicht einmal vier Tage brauchte sie, um 50 000 Stimmen einzusammeln. Somit erhält Autorin Franziska Heine die Möglichkeit, ihre Argumente vor einem Ausschuss des Bundestags zu erläutern. Mit Handelsblatt.com sprach sie darüber, wie die Petition entstand und warum sie diese für wichtig hält.

Frau Heine, wie kam es, dass Sie die Online-Petition gegen die Internet-Sperre eingereicht haben?

Eigentlich bin ich eine normale Durchschnittsbürgerin, die sich Sorgen macht, ob sie weiterhin ungefilterten Zugang zu Informationen über bestimmte Themen im Netz haben wird. Ich bin halt viel im Netz unterwegs und Meinungs- und Informationsfreiheit sind mir wichtig. Ich bin aber keine Spezialistin aus irgendeiner Szene, die sich seit Jahren mit diesen Themen beschäftigt. Die Petition ist ein Ergebnis vieler Diskussionen. Viele Menschen aus meinem Bekanntenkreis fanden die Art und Weise der Diskussionen um Internetsperren schrecklich, der Unmut war groß. Irgendwann meinte ich, wir sollten praktisch etwas tun. So kamen wir auf E-Petitionen. Ich habe einen Text geschrieben, den mehrfach gegenlesen lassen und ihn mit Freundinnen diskutiert. So ist dann die Petition entstanden.

Nachdem die 50 000-Unterstützer-Marke gefallen ist, geht es ja weiter. Haben Sie schon einen Entwurf für ihre Rede vor dem Bundestagsausschuss?

Nein, den habe ich noch nicht. Aber die Mühlen mahlen da ja auch langsam - es wird wohl noch einige Zeit brauchen bis ich dort sprechen darf. Ich hoffe, dass das nicht erst nach der Verabschiedung des Gesetzes der Fall ist.

Die Web-Szene liebt Kommunikation und Kontakte: Sie haben vermutlich in den vergangenen Tagen viele neue Bekanntschaften gemacht...

Klar. Je man im Mittelpunkt steht, desto mehr Menschen kommen auf einen zu. Was mich am meisten begeistert: Viele Leute fragen sich, was sich noch machen lässt. Die Petition ist erst der Anfang, da wird noch viel mehr passieren. Es geht aber weniger um eine zentral organisierte Veranstaltung oder Organisation gegen das Gesetz. Ich denke nicht, dass sich eine neue, feste Struktur bildet.
Das ist das tolle am Netz: Man kann sich unproblematisch und spontan mit anderen vernetzen, ohne gleich eine feste Struktur erfinden zu müssen. Ich habe mich sehr darüber gefreut, wie schnell andere Leute die Idee aufgriffen und mich unterstützt haben. So ist zum Beispiel Zeichnemit.de durch jemanden entstanden, den ich gar nicht kenne: Eine Seite, die einfach erklärt, wie und warum man die Petition mitzeichnen kann.

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