Open Source Softwarehaus stellt Directory Server und Zertifikat-Manager vor
Red Hat engagiert sich im Markt für Identitätsmanagement

Der Open-Source-Spezialist Red Hat hat in New Orleans zwei wichtige neue Softwarekomponenten für das Management von Computernutzern in Unternehmen vorgestellt. Damit erhöht sich der Wettbewerb bei Server-Software.

HB NEW ORLEANS. Auf seiner Kundenveranstaltung Red Hat Summit, die bis zum 3. Juni in New Orleans stattfindet, hat das Red Hat seinen Anwendern und Entwicklern den "Red Hat Directory Server" und das "Red Hat Certificate Management System" vorgestellt. Damit schließt das in Raleigh im US-Bundesstaat North Carolina ansässige Software-Haus nach Aussagen von Fachleuten zwei bisher klaffende Lücken im eigenen Angebot für Server-Software.

Das neue Software-Paket für den Computereinsatz in Unternehmen ist nach der Aussage von Firmenchef Matthew Szulik ein weiterer wichtiger Baustein der Open-Source-Architektur von Red Hat, die den Kunden mehr Wahlfreiheit bieten soll. Technisch handelt es sich bei dem Directory Server (directory = Verzeichnis) um eine Open-Source-Lösung für das Identitätsmanagement von Computernutzern in Unternehmen. Das neue Paket wird, so Red Hat, ab Mitte Juni verfügbar sein.

Der Directory Server ist ein LDAP-Server. Die Abkürzung steht für "Lightweight Directory Access Protocol", dem Protokoll für den Zugriff auf Verzeichnisdienste. Mit den Verzeichnisdiensten können Systemmanager Computernutzer auf der ganzen Welt betreuen - vorausgesetzt, die Kunden haben sich bei diesem Dienst registriert oder wurden registriert. Vergleichbare Dienste sind NDS von Novell oder ADS von Microsoft. Mit Hilfe dieser Verzeichnisse können Anwendungskonfigurationen, Nutzerprofile, Gruppendaten und Zugangskontrollen zentral eingerichtet werden können. Sie sollen die Zahl der mehrfach gespeicherten Daten verringern.

Das Certificate Management System ist ein Sicherheitssystem, mit dem Nutzer authentifiziert und die Kommunikation mit Zertifikaten geschützt wird. Letztere können im Gegensatz zu Passwörtern deutlich schwieriger entwendet und missbraucht werden.

Der Red Hat Directory Server basiert auf Technikkomponenten, die Red Hat im September 2004 von America Onlines Netscape Security Solutions Division erwarb. Den einstmals proprietären Code stellt Red Hat der Open Source Community jetzt unter der General Public License (GPL) zur Verfügung.

Der Red Hat Directory Server ist im Rahmen des gleichen Abonnementmodells wie Red Hat Enterprise Linux verfügbar. Er umfasst Wartung, eine unbeschränkte Anzahl von Support-Fällen und Upgrades. Erhältlich ist das neue Produkt für Red Hat Enterprise Linux 3 und 4, Solaris und die HP UX 11i Betriebssystemumgebung auf HP Integrity und HP 9000 Servern. Jede Version wird ab der ersten Produktverfügbarkeit fünf Jahre lang unterstützt und bietet Abonnenten über das Red Hat Network den Zugriff auf Updates und Upgrades. Der Red Hat Directory Server für Enterprise Linux 3 und 4 ist ab Mitte Juni 2005 über Red Hat und ausgewählte Händler erhältlich.

Gleichzeitig mit der Verfügbarkeit des Red Hat Directory Servers ruft Red Hat auch das von ihm gesponserte Fedora-Directory-Server-Projekt ins Leben. Der Fedora Directory Server soll den Erfolg des Fedora Linux-Projekts wiederholen, indem er der Community eine leistungsstarke Entwicklungsumgebung mit dem Ziel bereitstellt, Open-Source-Directory-Server-Technologien zu verbessern und zu erweitern. In den nächsten Monaten wird Red Hat der Community voraussichtlich weitere von AOL/Netscape erworbene Technologien unter einer Open Source-Lizenz zur Verfügung stellen.

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