OpSyria gegen Syrian Electronic Army
Hacker-Krieg in Syrien

Der Bürgerkrieg in Syrien wird auch im Internet ausgefochten. Aktivisten und Sympathisanten der Konfliktparteien überziehen sich mit Attacken.
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BerlinSeit Monaten führen Regierungstruppen und Rebellen in Syrien einen blutigen Krieg um Dörfer, Stadtteile, Städte. Auch im Internet wird gekämpft: Hier geht es um die Kontrolle von Webseiten und um Propaganda. Der Cyber-Konflikt wird global geführt. „Cyberkrieger“ und patriotische Hacker-Aktivisten („Hacktivisten“) schließen sich nach einem kürzlich veröffentlichten Bericht der Sicherheitsfirma McAfee zu „Cyber-Armeen“ zusammen.

So hat sich zur Unterstützung von Staatschef Baschar al-Assad eine „Syrian Electronic Army“ gebildet. In einem Blog mit der syrischen Adressen-Endung „sy“ präsentiert sich ein nach eigenen Angaben 18-jähriger Hacker mit den Worten: „Stolz, ein Pro-Assad-Hacker zu sein“. Als seine „besten Leistungen“ führt er auf, dass er die Webseite der Harvard-Universität in den USA sowie IT-Systeme der arabischen Fernsehsender Al-Dschasira und Al-Arabija gehackt habe.

Ebenfalls außer Gefecht gesetzt war aber zeitweise auch die Webseite dieser „Syrian Electronic Army“. Ein Mitglied der proisraelischen Gruppe ZionOps schrieb im Februar, diese Webseite sei ja einfach zu hacken, da sie mit einer veralteten Version des Content-Management-Systems Joomla entwickelt worden sei, die etliche Sicherheitslücken aufweise.

Bekanntschaft mit der „Syrian Electronic Army“ machte auch die Anonymous-Bewegung, unter deren Dach sich die Aktion „OpSyria“ formiert hat - so wie es im vergangenen Jahr auch Anonymous-Kampagnen gegen die inzwischen gestürzten Regime in Tunesien und Ägypten gab. Nach einer in der Szene als „Defacing“ bezeichneten Platzierung einer Botschaft auf der Webseite des syrischen Verteidigungsministeriums veränderten Pro-Assad-Aktivisten vor einem Jahr die Startseite der Anonymous-Plattform AnonPlus: Sie veröffentlichten dort Fotos toter Soldaten und warfen Anonymous vor, sich mit ihrer Unterstützung der Rebellen auf die Seite der Muslim-Bruderschaft zu stellen.

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