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Oracle erhöht Peoplesoft-Kaufofferte

Der Softwareriese Oracle hat sein feindliches Übernahmeangebot für den Konkurrenten Peoplesoft von 21 Dollar auf 24 Dollar je Aktie erhöht und sucht eine schnelle Entscheidung in dem monatelangen Kampf.

dpa REDWOOD SHORES. Der Softwareriese Oracle hat sein feindliches Übernahmeangebot für den Konkurrenten Peoplesoft von 21 Dollar auf 24 Dollar je Aktie erhöht und sucht eine schnelle Entscheidung in dem monatelangen Kampf.

Das Übernahmeangebot wurde von 7,7 Mrd. Dollar auf 8,8 Mrd. Dollar (6,9 Mrd Euro) aufgestockt. Oracle bezeichnete dies am Montag als „beste und endgültige Offerte“. Das Unternehmen versucht bereits seit Juni 2003, Peoplesoft zu übernehmen.

Das Angebot gilt bis zum 19. November. Oracle hat die Bedingung gestellt, dass eine Mehrheit der Peoplesoft-Aktien angeboten werden muss. Peoplesoft müsse auch seine „Giftpillen“ zurückziehen, wie in Fachsprache stark kostensteigernde Gegenmaßnahmen gegen das Kaufangebot von Oracle bezeichnet werden.

Der Peoplesoft-Verwaltungsrat riet den Aktionären am Montag in einer ersten Reaktion zum Abwarten. Er wolle das Angebot überprüfen und dann eine Empfehlung abgeben. Das Aufsichtsgremium habe alle vorherigen Angebote abgelehnt. Sie hätten Peoplesoft unterbewertet, betonte das Aufsichtsgremium.

Oracle ist der drittgrößte Anbieter von Unternehmenssoftware nach dem Branchenführer SAP und nach Peoplesoft. Das amerikanische Justizministerium hatte eine Kartellrechtsklage gegen Oracle verloren und wollte keine Berufung einlegen. Die Wettbewerbshüter in Brüssel hatten vor wenigen Tagen ebenfalls grünes Licht gegeben. Peoplesoft hatte kürzlich seinen Unternehmenschef Craig Conway entlassen. Dies hatte an der Wall Street zu Spekulationen geführt, dass Oracle sein Kaufangebot erhöhen würde, um endlich nach 17 Monaten zum Zug zu kommen.

Die Peoplesoft-Aktien notierten am Montag vorbörslich mit 23,13 Dollar um 11,36 Prozent höher. Die Oracle-Aktien legten um 0,71 Prozent auf 12,75 Dollar zu.

Oracle hatte sein erstes Angebot von 16 Dollar je Aktie mehrfach erhöht und hatte es dann aber wieder von 26 Dollar auf 21 Dollar je Aktie reduziert, ehe jetzt die Anhebung auf 24 Dollar erfolgte. Oracle will nach Angaben von Verwaltungsratschef Jeffrey O, Henley sein Angebot zurückziehen, falls nicht eine Mehrheit der Peoplesoft- Aktien bis 19. November offeriert wird. Oracle verwies auf das Aufgeld von fast 60 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Peoplesoft- Kurs von vor knapp 17 Monaten.

Oracle klagt in einem Gericht in Delaware gegen Peoplesoft, um die „Giftpille“ beseitigen zu lassen. Die richterliche Entscheidung steht noch aus. Peoplesoft verwies auf seine Schadenersatzklage gegen Oracle, in der mehr als eine Milliarde Dollar Schadenersatz und zusätzliche Strafentschädigungen gefordert werden. Das Prozess solle am zehnten Januar 2005 in einem Gericht in Oakland (US-Bundesstaat Kalifornien) beginnen.

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