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Oracles „Einkaufstour“ belastet Gewinn

Für den Softwareriesen Oracle hat sich die jüngste „Einkaufstour“ auf den Gewinn im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2004/05 niedergeschlagen. Wegen der Kosten durch die Übernahme von Peoplesoft fiel der Ertrag um 15 Prozent auf 540 Mill. Dollar oder zehn (zwölf) Cent je Aktie.

dpa REDWOOD SHORES. Für den Softwareriesen Oracle hat sich die jüngste „Einkaufstour“ auf den Gewinn im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2004/05 niedergeschlagen. Wegen der Kosten durch die Übernahme von Peoplesoft fiel der Ertrag um 15 Prozent auf 540 Mill. Dollar oder zehn (zwölf) Cent je Aktie.

Das teilte Oracle am Dienstagabend (Ortszeit) in Redwood Shores mit. Der Quartalsumsatz legte dagegen um 18 Prozent auf drei Mrd. Dollar zu. „Es war wirklich ein Übergangs-Quartal“, sagte Oracle-Chef Larry Ellison.

Nach einer harten, 18-monatigen Übernahmeschlacht hatte der Anbieter von Datenbanken- und Unternehmenssoftware im Dezember seinen Konkurrenten Peoplesoft für 10,3 Mrd. Dollar gekauft. Erst vergangenen Dienstag konnte das Unternehmen im Bieterkampf um Retek, einen Anbieter von Spezialsoftware für die Handelslogistik, den Weltmarktführer bei Unternehmenssoftware, SAP, mit einer kostspieligen Offerte von zuletzt rund 631 Mill. Dollar ausstechen.

Vor allem durch die Übernahme von Peoplesoft hat Oracles Gewinn im dritten Quartal (bis 28. Februar) gelitten. Der Firmenkauf bescherte dem Unternehmen allerdings zusätzliche Umsätze von 31 Mill. Dollar durch hinzugekommene Lizenz-Verkäufe. Ohne die Übernahme wäre der Lizenz-Umsatz dagegen um rund 16 Prozent gesunken. Der Softwareumsatz legte um 13 Prozent auf 6,3 Mrd. Dollar zu, während sich der Dienstleistungsumsatz um sechs Prozent auf 1,6 Mrd. Dollar erhöhte.

Durch die Kombination mit dem Unternehmens-Software-Geschäft von Peoplesoft sei Oracle zum größten Anbieter in Nordamerika aufgestiegen, sagte Oracles Ko-Präsident Charles Phillips. „Wir wollen unsere Position als Nummer eins in Nordamerika aggressiv ausbauen und unseren globalen Marktanteil erhöhen.“ Das Unternehmen könne jetzt weltweit auf einer Basis von 23 000 Kunden aufbauen.

Zufrieden zeigte sich das Unternehmen mit der Entwicklung des Datenbanken-Geschäfts. Hier habe es ein „solides Wachstum“ gegeben, hob Oracle-Konzernchef Ellison hervor. Oracle habe IBM das ganze Jahr lang Marktanteile abgenommen. Nach Erhebungen des Marktforschungs- Unternehmens IDC erhöhte das Unternehmen mit Sitz in Redwood Shores (Kalifornien) seinen Marktanteil von 40,3 Prozent auf 41,3 Prozent, während der Anteil von IBM in den vergangenen zwölf Monaten von 31,8 auf 30,6 Prozent fiel.

Oracle setzte in dem am 28. Februar beendeten Neunmonatsabschnitt 7,9 Mrd. Dollar (6,1 Mrd Euro) um oder zwölf Prozent mehr als in der entsprechenden Vorjahreszeit. Der Neunmonatsgewinn stieg um zehn Prozent auf 1,9 Mrd. Dollar oder 36 (Vorjahres: 32) Cent je Aktie. Oracle verdiente unter Ausklammerung von Sonderfaktoren im dritten Quartal 16 (12) Cent je Aktie. Das Unternehmen hob seine Gewinnprognose für das gesamte Geschäftsjahr 2004/05 von 62 Cent auf 64 bis 65 Cent je Aktie an.

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