Partnerin jeder Wissenschaft
Jahr der Informatik ausgerufen

Sie hat milliardenschwere Industrien hervorgebracht, neue Kommunikationswege geschaffen und bildet den Grundstein unserer Informationsgesellschaft. Kaum eine Disziplin hat sich in den vergangenen 60 Jahren so rasant entwickelt wie die Informatik.

dpa BONN. Das siebte deutsche Wissenschaftsjahr, ausgerufen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, widmet sich 2006 der jungen Disziplin. „Ziel ist es, den Menschen die Bedeutung der Informatik näher zu bringen und auch Berührungsängste abzubauen“, sagt Matthias Jarke, Präsident der Gesellschaft für Informatik (GI) und Mitinitiator des Informatikjahrs.

Informatik bestimmt heute weite Teile unseres Alltags, von der computergesteuerten Waschmaschine bis zum Geldautomaten. Und als Wirtschaftsfaktor hat sie in Deutschland inzwischen etwa den Automobilbau überholt. Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen ist die Informations- und Kommunikationstechnik im vergangenen Jahr gewachsen, wie Jarke betont. Und die Visionen kennen kaum Grenzen: So sollen künftig „intelligente“ Roboter die Menschen unterstützen - nicht nur in gefährlichen Umgebungen wie etwa der Tiefsee, sondern auch im Haushalt. Ein erster Service-Roboter ist in Japan bereits auf dem Markt.

Der Begriff Informatik selbst tauchte zum ersten Mal 1957 beim Deutschen Karl Steinbuch auf, einem Pionier der Disziplin. Die Kombination der Wörter Information und Automatik deutet auf die Grundzüge dieser Wissenschaft. Die Geschichte der Informatik ist wie ein großes Mosaik. Verschiedene Einflüsse machen sie zu dem, was sie heute ist - eine selbstständige Wissenschaft und, wie es Wilfried Brauer, erster ordentlicher Professor für Informatik an der Universität Hamburg formuliert, eine „Kooperationspartnerin für jede Wissenschaft ­ nicht nur als Werkzeug in Ergänzung der Mathematik, sondern auch als Methode zur intellektuellen Analyse und Modellbildung“.

Drei Disziplinen prägten die Entwicklung der Informatik besonders: die Mathematik, die Mechanik und später die Elektronik. Große Bedeutung kommt dem deutschen Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz (1 646-1 716) zu. „Er entdeckte die Bedeutung des Dualsystems und das Rechnen in diesem“, erklärt Brauer. Dadurch entstand die Idee, ein binäres Zahlensystem als Basis einer Rechenmaschine zu nutzen - lange vor dem Bau des ersten Computers.

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