Paypal-Boykottaufrufe
Wikileaks-Fans schlagen zurück

Die aktuelle Runde im "Informationskrieg" um Wikileaks geht an die Enthüllungsplattform: Die Dokumente sind inzwischen auf über 70 Servern von Sympathisanten des Projekts hinterlegt. Der Rückhalt ist groß: Über 800 000 Unterstützer bekennen sich auf Facebook zu Wikileaks. Auch Amazon und Paypal bekommen das nun zu spüren.
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DÜSSELDORF. Nachdem Amazons Cloud-Service und der Online-Bezahldienstleister Paypal die Zusammenarbeit mit der Enthüllungs-Plattform Wikileaks aufgekündigt haben, hagelt es Boykott-Aufrufe. Die Kommentare im Unternehmens-Blog von Paypal sind inzwischen abgeschaltet.

Auch auf der deutschen Facebook-Seite von Paypal hagelt es böse Kommentare im Minutentakt. "Paypal und Ebay existieren für mich nicht mehr - Accounts werden gelöscht" schreibt einer. Ein Freund stimmt ihm öffentlich zu: "Pfui schämt euch". Andere sprechen von Vorverurteilungen. Fast alle Kommentare sind mit dem Hinweis versehen, man habe das Paypal-Konto gekündigt.

Wikileaks finanzierte sich über Spenden und hatte diese auch über den Online-Bezahldienstleister erhalten. Paypal argumentierte auf dem Firmen-Blog, das Unternehmen wolle keine "illegalen Aktivitäten" fördern.

Seit der Veröffentlichung von als geheim klassifizierten Depeschen der US-Diplomatie wird Wikileaks mit Distributed Denial-of-Service (DDoS) überzogen. Patriotische Hacker nutzen Botnetze - Netzwerke von Computern, über die sie die Kontrolle erlangt haben - um die Wikileaks-Website mit Anfragen zu bombardieren. Der Domain-Provider EveryDNS, der die Domain Wikileaks.org verwaltete, kündigte daraufhin seinen Vertrag mit Wikileaks. Ein Verhalten, das bei IT-Experten allgemein für Verwunderung sorgte: Normalerweise würde nicht dem Opfer von Angriffen der Vertrag gekündigt, hieß es.

Auch die Schweizer Internet-Adresse wikileaks.ch war zeitweise nicht mehr verfügbar, da diese ebenfalls über EveryDNS lief. Die Piratenpartei der Schweiz, die die Adresse registriert hat, konnte aber den Betreiber des sogenannten Name-Servers wechseln, so dass wikileaks.ch am Wochenende wieder erreichbar war.

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  • Hosianna... nein! kreuziget ihn! Wollt ihr b.... oder wollt ihr J.... barak, barrabas, barak!

  • Unterstützungsanleitungen

    1. Kündigen bzw. Kündigung androhen mit bezug auf WikiLeaks
    - Amazon, Anleitung:http://bit.ly/gi4wPd
    - PayPal
    - MasterCard
    - ebay
    - Visa http://yhoo.it/fARJKc

    2. Spenden
    > http://wikileaks.de/support.html
    > Mit CC: https://donations.datacell.com/

    3. bei Time für "Man of the Year" voten
    http://bit.ly/b1gbLQ

    4. LOiC
    Wer da keine Hemmungen hat...
    Das HQ dafür scheint hier zu sein:
    http://twitter.com/#!/Anon_Operation

  • Obama läßt Wikileaks durch bP stopfen

    http://www.einhornnews.de/?p=1092

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