PC-Sicherheit
Als sich der Rechner den Virus fing

Ein Plagegeist der modernen Technik feiert 25. Geburtstag: Am 10. Novermber 1983 schuf Fred Cohen von der Southern California University in Los Angeles den ersten Computervirus. Dass seine Entwicklung eine solche kriminelle Karriere hinlegen würde, konnte er sich nicht ausmalen.

dpa LOS ANGELES. Kann ein Computer krank werden? Als Fred Cohen sich mit dieser Frage beschäftigte, war das Thema eher akademischer Natur: Die Menschen schrieben noch Briefe statt E-Mails, in den Büros ratterten Schreibmaschinen statt PC-Tastaturen. Um zu zeigen, dass ein Rechner von einem Virus befallen werden kann, schrieb der Doktorand von der Southern California University in Los Angeles vor 25 Jahren, am 10. November 1983, als erster ein funktionsfähiges Programm, das sich fortpflanzte. Er ahnte, dass seine Entdeckung gefährlich ist. Dass sie eine solche kriminelle Karriere hinlegen würde, konnte er sich nicht ausmalen.

Als Cohen Computerviren definierte, hatte er deren Vorbilder aus der Biologie im Hinterkopf: Es handle sich um Programme, die andere Programme infizieren könnten, indem sie diese veränderten und etwa eine Kopie von sich selbst in den Quellcode einfügten, schrieb er in einem damals viel beachteten Aufsatz. Ohne dass es der Computer-Nutzer bemerkt, können die elektronischen Erreger die Kontrolle des Systems übernehmen. Heute steht der Begriff für ein hochgerüstetes Arsenal schädlicher Software (Malware), mit denen Cyber-Kriminelle private Nutzer wie Firmen attackieren: Würmer, Trojaner, Spyware.

Damals wie heute ging es um die Kontrolle über den Rechner - doch die Absichten der Viren-Autoren könnten unterschiedlicher nicht sein. „Damals haben die Viren-Autoren oft nur Schabernack betrieben“, sagt Raimund Genes, Technikvorstand beim Software-Hersteller Trend Micro. Eine Botschaft auf dem Bildschirm, das war's. Schaden haben zwar auch diese Viren angerichtet, doch richtig bösartig war nur ein Bruchteil.

Doch schon bald setzten nicht mehr allein Programmierer und Jugendliche mit Ego-Problemen Viren in Umlauf, sondern immer mehr Cyber-Gangster, die Raubzüge auf den Rechnern der arglosen Nutzer starten wollten. Denn immer mehr Menschen beschafften sich erst einen PC, später einen Internetzugang. Sie erledigten online Bankgeschäfte, schrieben E-Mails oder kauften Bücher, CDs und Trödel.

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