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Peoplesoft lehnt Oracle-Offerte erneut ab

Der Verwaltungsrat des Unternehmenssoftware-Konzerns Peoplesoft hat die feindliche Oracle- Übernahmeofferte von 9,2 Mrd. Dollar (7,1 Mrd Euro) erneut abgelehnt, obwohl rund 61 Prozent der Peoplesoft-Aktien von den eigenen Anteilseignern zum Verkauf angeboten wurden.

dpa REDWOOD SHORES. Der Verwaltungsrat des Unternehmenssoftware-Konzerns Peoplesoft hat die feindliche Oracle- Übernahmeofferte von 9,2 Mrd. Dollar (7,1 Mrd Euro) erneut abgelehnt, obwohl rund 61 Prozent der Peoplesoft-Aktien von den eigenen Anteilseignern zum Verkauf angeboten wurden.

In einem Schreiben an Oracle-Konzernchef Larry Ellison bezeichnete das Peoplesoft-Aufsichtsgremium das jüngste Oracle-Angebot von 24 Dollar je Aktie am Samstag als „unzureichend“. Die Gesellschaft sei erheblich mehr wert als 24 Dollar je Aktie. Man sei bereit, ein Angebot „zu einem angemessenen Preis“ zu diskutieren. Peoplesoft sei heute erheblich mehr wert als das unzureichende Angebot von 26 Dollar je Aktie im Februar. Oracle hatte zwischenzeitlich seine Offerte auf 24 Dollar gesenkt und dies als „bestes und letztes Angebot“ bezeichnet.

Damit geht die seit 17 Monaten andauernde erbitterte Schlacht zwischen den beiden kalifornischen Softwareriesen am Mittwoch in einem Gerichtssaal in Delaware weiter. Peoplesoft ist die zweitgrößte Unternehmenssoftware-Firma der Welt. Oracle liegt auf Platz drei. Globaler Branchenführer ist SAP.

Oracle hatte 228,7 Mill. Peoplesoft-Aktien angeboten bekommen. Das Verkaufsangebot ist nicht bindend und bedeutet noch keinen defacto-Verkauf der Aktien an Oracle. „Die Peoplesoft-Aktionäre haben gesprochen und haben sich überwältigend entschieden, ihre Aktien zu 24 Dollar je Anteil zu verkaufen“, erklärte Ellison. Oracle hat jetzt sein Angebot bis zum Jahresende verlängert.

Oracle verlangt gerichtlich die Beseitigung der so genannten „Giftpille“, also Peoplesoft-Maßnahmen zur enormen Verteuerung einer feindlichen Übernahme. Mit Hilfe der Giftpille kommen Mill. Aktien zusätzlich auf den Markt, falls ein Käufer mehr als 20 Prozent der Peoplesoft-Aktien übernimmt. Entscheidet sich Richter Leo Strine in Delaware für eine Aufhebung dieser Peoplesoft-Abwehrmaßnahmen, steht einem Aufkauf durch Oracle kaum noch etwas im Weg. Lehnt er dies ab, was viele Rechtsexperten für möglich halten, könnte sich die Schlacht bis zur nächsten Peoplesoft-Hauptversammlung im Frühjahr 2005 hinziehen.

Auf der HV könnte Oracle versuchen, den Peoplesoft- Verwaltungsrat mehrheitlich durch eigene Vertreter besetzen zu lassen, die dann einem Kauf zustimmen würden. Es stehen auf der HV vier von sieben Peoplesoft-Verwaltungsratssitze zur Wahl.

Basierend auf zahlreichen Gesprächen mit den größten Aktionären glaube Peoplesoft, dass die Mehrheit der Aktionäre 24 Dollar je Aktie für unzureichend halte, erklärte A. George „Skip“ Battle, der Leiter des zuständigen Ausschusses im Peoplesoft-Verwaltungsrat. Diese Mehrheit bestehe aus Aktionären, die ihre Aktien nicht offeriert hätten und solchen, die sie zwar angeboten, aber auch erklärt hätten, Peoplesoft sei mehr als 24 Dollar je Aktie wert. Offensichtlich will Peoplesoft mit seinen ehrgeizigen Gewinn- und Umsatzzielen die eigenen Aktionäre bis zur HV auch davon überzeugen, dass sie mit einem Peoplesoft-Alleingang besser bedient wären als mit einem Verkauf an Oracle.

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