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Peoplesoft vs. Oracle: Erste Zeichen für Einlenken

New York (dpa ) - Nach mehr als einjährigem Abwehrkampf gegen eine Übernahme durch den Konkurrenten Oracle gibt es bei der US-Software Peoplesoft erste Anzeichen für ein Einlenken.

New York (dpa ) - Nach mehr als einjährigem Abwehrkampf gegen eine Übernahme durch den Konkurrenten Oracle gibt es bei der US-Software Peoplesoft erste Anzeichen für ein Einlenken.

Steve Goldby, ein Mitglied des Peoplesoft-Verwaltungsrates, zeigte erstmals Diskussionsbereitschaft über das im Juni 2003 vorgelegte feindliche Übernahmeangebot. Goldby leitet einen Ausschuss des Aufsichtsgremiums, das für die Beurteilung des Übernahmeangebots von 7,7 Mrd. Dollar (6,3 Mrd Euro) zuständig ist.

Goldby zeigte sich persönlich zu Verhandlungen bereit, falls es Anzeichen geben sollte, dass Oracle bereit sei, einen für die Aktionäre der Gesellschaft angemessenen Preis zu zahlen. Dies berichtete die „New York Times“ am Mittwoch in ihrer Onlineausgabe. Peoplesoft-Manager hätten jedoch rasch erklärt, sie seien gegen die Oracle-Offerte.

Goldby nahm in einem von Oracle eingeleiteten Gerichtsverfahren in Delaware als Zeuge Stellung. Oracle versucht, Peoplesoft gerichtlich zur Entfernung der so genannten „Giftpille“ und eines kostspieligen Rabattprogramms für Peoplesoft-Kunden zu zwingen. Dies sind Peoplesoft-Maßnahmen, die eine Übernahme enorm verteuern und erschweren. Sie könnten Oracle nach Angaben der „New York Times“ Kosten von zwei Mrd. Dollar verursachen.

Ein anderes US-Gericht hatte in einer Kartellrechtsklage des amerikanischen Justizministerium Oracle Recht gegeben. Das Ministerium hatte kürzlich auf Berufung verzichtet. Jetzt steht nur noch die Entscheidung der Wettbewerbshüter in Brüssel aus, die im Oktober erwartet wird. Der Hauptwiderstand gegen einen Zusammenschluss scheine jetzt der Preis zu sein, kommentierte die Zeitung.

Oracle hatte zeitweise 26 Dollar je Peoplesoft-Aktie geboten und hatte dann die Offerte auf 21 Dollar je Aktie reduziert. Dieses Angebot war wie alle vorherigen von Peoplesoft als zu niedrig abgelehnt worden. Die Peoplesoft-Aktien notieren momentan mit 22,83 Dollar, da die Anleger mit einem höheren Angebot von Oracle rechnen.

Der Peoplesoft-Verwaltungsrat hatte in der vergangenen Woche den Unternehmenschef und Verwaltungsratsvorsitzenden Craig Conway gefeuert, der sich am stärksten gegen einen Verkauf an Oracle gewehrt hatte. Dies ließ Spekulationen an der Wall Street aufkommen, dass Peoplesoft jetzt doch zu einem Zusammenschluss bereit sein könnte. Peoplesoft ist der Hauptkonkurrent von SAP. Oracle ist die Nummer drei in diesem Softwarebereich.

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