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Pflanzenölkocher sollen die Regenwälder retten

Mehr als 2,5 Milliarden Menschen kochen ihre Mahlzeiten auf offenen Feuern. Weil sie keinen Zugang zum Stromnetz haben, weil Holz billiger ist als Petroleum, Öl oder Gas.

LEYTE. Bosch Siemens Haushaltsgeräte (BSH) hat nun einen Kocher auf den Markt gebracht, der zu 100 Prozent mit Pflanzenöl betrieben werden kann. Damit stehe erstmals ein Kochgerät zur Verfügung, das sowohl eine gesunde Alternative zu offenen Feuern und fossilen Brennstoffen biete, sagt BSH-Projektleiter Elmar Stumpf.

Wer an einem offenen Feuer kocht, der inhaliert so viele Schadstoffe als würde er täglich 250 Zigaretten rauchen. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass jedes Jahr mehr als 1,6 Millionen Menschen an den Folgen dieser schleichenden Vergiftung sterben. Auch aus ökologischer Sicht braucht es Alternativen. Die Bewohner auf der Philippineninsel Leyte verbrauchen im Durchschnitt mehr als 700 Kilo Holz pro Jahr und Person. Der Raubbau an den Wäldern schreitet voran und wo die Bäume verschwinden, leiden die Anwohner unter Erosionen und Wassermangel.

Alternative Kocher gibt es bereits einige, zum Beispiel Solarkocher. Doch diese funktionieren nicht, wenn Wolken den Himmel verhängen. Außerdem wird in vielen Ländern eher nach Einbruch der Dunkelheit gegessen wird. "Deshalb haben wir uns bewusst an der Druckkocher-Technologie orientiert, weil diese Menschen in Entwicklungsländern geläufig ist", sagt Elmar Stumpf. Der gebürtige Bremer hat den Kocher entwickelt, zunächst an der Universität Hohenheim zusammen mit dem ehemaligen Leiter des Instituts für Agrartechnik, Werner Mühlbauer, dann von 2003 an für Bosch und Siemens Hausgeräte. Auch die Leyte Southern University und die deutsche Stiftung Euronatur sind am Projekt beteiligt. Mehr als neun Jahre Entwicklung stecken in dem Kochgerät, das zu Ehren des griechischen Feuergottes "Protos" getauft wurde.

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