Photokina in Köln
Handys schlagen Kameras

Digitale Fotoapparate haben es schwer, sich gegen die starke Mobilfunk-Konkurrenz zu behaupten.

DÜSSELDORF. Fotografieren war gestern, "digital Lifestyle" ist heute. Kegelclubs stellen die Bilder ihres Mallorca-Urlaubs ins Internet (jedenfalls die, die man zeigen kann), die Fotos vom Kindergeburtstag schickt der Digi-Printservice als Heft gebunden der Oma nach Hause. Bürger-Reporter in Bangkok gehen nachts auf die Straßen, um Bilder über einen Militärputsch in ihrer Heimat auf ihren Web-Blog zu stellen, noch bevor Fernsehsender die erste Meldung senden können. Fotografie und World Wide Web wachsen zusammen - und spalten den Fotomarkt wie nie zuvor. Das zeigt sich auch auf der diesjährigen Photokina, der internationalen Fachmesse für Fotografie, die vom Dienstag an bis zum 1. Oktober in Köln stattfindet

Die Zweiteilung ist fast schon perfekt. Der Schnappschussbereich bis zu vier Megapixel Auflösung ist bereits fest in der Hand der Mobiltelefone. Trendige Quasselknipser wie die Cybershot K800i von Sony Ericsson (Halle 5.2) mit 3,2 Megapixel und UMTS haben die klassische Digitalkamera faktisch abgelöst. Sie sind prädestiniert für sofortige Kommunikation über das Internet und besonders Innovationen bei Hochleistungs-LCD haben geholfen, "echte" Blitze für Handy zu bauen. Auch Autofokus-Objektive setzen sich dieses Jahr auf breiter Front durch.

Was die Kommunikation angeht, hat etwa Nokia für seine N-Serie eine Partnerschaft mit der beliebtesten Fotoseite Flickr (www.flickr. com) geschlossen - die Software um Fotos per Knopfdruck hochzuladen ist ab Werk installiert. Andere Hersteller folgen oder bieten ähnliche Programme.

Kein Kamerahersteller ist in diesem unteren Marktsegment noch tätig. Die Handyhersteller dafür um so mehr: Bereits über 50 Prozent der Mobiltelefone weltweit werden mit Kamera ausgeliefert und nach einer Studie von Nokia nutzen 44 Prozent der Besitzer eines Kamerahandys dies schon als Erstkamera. Spitzenreiter ist Indien mit 68 Prozent, in Deutschland sind es 51 Prozent.

Das schlägt sich im Absatz nieder: Nach Angaben des Photoindustrieverbandes werden in Deutschland dieses Jahr rund zehn Prozent weniger Kameras verkauft werden. Die höchsten Verluste gibt es im Analogbereich, der weitere 48 Prozent auf rund 500 000 Kameras schrumpfen wird. Aber mit rund sieben Mill. Stück werden auch 5,8 Prozent weniger Digitalkameras (ohne Kamerahandys) verkauft werden. Der Handyabsatz wird dabei - weltweit - weiter um voraussichtlich zehn Prozent wachsen.

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