Platz im digitalen Wohnzimmer
Apple stellt neues ipod-System vor

Apple Computer will sich mit einer Reihe neuer Produktentwicklungen einen zentralen Platz im digitalen Wohnzimmer sichern.

dpa CUPERTINO. Der Computerhersteller kündigte am Dienstag (Ortszeit) in Cupertino (Kalifornien) ein hochwertiges Hi-Fi-Lautsprechersystem für seinen ipod an, das den erfolgreichen Musikplayer zu Hause zur Stereoanlage verwandelt.

Und mit zwei neuen Modellen seiner Mini- Computer "Mac mini" setzt das Unternehmen den Umstieg auf die Microprozessoren von Intel fort.

Die Börse konnte Apple-Chef Steve Jobs damit allerdings nicht überzeugen. Der Kurs der Apple-Aktie fiel bis zum Börsenschluss in New York weiter um 2,50 Dollar auf 68,49 Dollar. Apple-Kunden könnten ihre geplanten Einkäufe auf die lange Bank schieben und abwarten, bis der Wechsel zu Intel-Chips endgültig abgeschlossen ist, befürchteten viele Analysten. Seit der Vorstellung der ersten Intel-Macs Mitte Januar sackte die Aktie um rund 20 Prozent ein.

Mit dem ipod Hi-Fi betritt Apple erstmals den lukrativen Zubehör- Markt für seinen Musikplayer. Mit dem Gerät "definiert Apple die Heim-Stereoanlage neu", sagte Jobs. In kompaktem Design soll sich die "Stereoanlage" sowohl mit Batterien als auch am Stromnetz benutzen lassen. Das Audiogerät vereint in einem Gehäuse zwei Lautsprecher sowie ein Bass-System und lädt bei Betrieb den ipod automatisch auf. Das ipod Hi-Fi soll inklusive Fernbedienung, Netzkabel und zehn Adaptern für rund 360 Euro in den Handel kommen.

Der unter Mac-Fans auch liebevoll "Brotdose" genannter Mini- Computer Mac mini soll nach Angaben des Computerherstellers mit Intels neuen Doppelkern-Prozessoren Core Duo bis zu vier Mal schneller arbeiten als sein Vorgänger. "Mit dem neuen Mac mini hat Apple innerhalb von 60 Tagen nun 50 Prozent seiner gesamten Produktlinie auf Intel-Prozessoren umgestellt - rekordverdächtig", sagte Apple-Marketing-Chef Philip Schiller.

Der Computerbauer hatte seinen Partnerwechsel von IBM und dessen Powerpc-Plattform zum weltgrößten Chiphersteller Intel vor etwas mehr als einem Jahr bekannt gegeben. Bereits Anfang Januar, um einige Monate früher als erwartet, stellte Jobs bereits die ersten Intel - Macs vor. Mit dem Mac mini ist nun die Hälfte der Produktpalette auf die Intel-Architektur migriert.

Die neuen Mac mini sollen in zwei Modellen für 639 und 849 Euro in den Apple-Fachhandel kommen. Die Basisversion verfügt über einen Core Solo-Prozessor von Intel, in dem anderen arbeitet der Doppelkern- Prozessor Core Duo. Der Arbeitsspeicher soll bis auf zwei Gigabyte ausbaufähig sein. Mit Anschlussmöglichkeiten etwa für ein Fernsehgerät soll sich der Winzling besonders für die digitale Unterhaltung eignen. "Der Mac mini wird das erste funktionierende Media-Center fürs Wohnzimmer sein", sagte Gene Munster, Analyst bei Piper Jaffray Cos. "Die Fernbedienung ist der Schlüssel, der den Graben zwischen technischen und nicht technischen Nutzern schließt."

Für den Umsatz und das Kerngeschäft sei der Mac mini sicherlich die wichtigste Ankündigung, schätzt Robert van Batenburg, Analyst bei Louis Capital Markets. Doch von einem strategischen Gesichtspunkt sei die ipod "Boom-Box" interessanter, da sie das Vorhaben Apples deutlicher herausstreicht, die Wohnzimmer zu erobern. Zuletzt war in Branchenkreisen viel spekuliert worden, was für Neuigkeiten der Hersteller diesmal zu bieten hat.

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