Playstation Portable
Sony baut Spielekonsole zum Internet-Telefon aus

Sony Computer Entertainment Europa und der britische Telefongigant British Telecom (BT) bauen die tragbare Spielekonsole Playstation Portable (PSP) zum Internet-Telefon und Instant Messenger aus. Ein entsprechendes Softwarepaket soll Anfang 2008 kostenlos im Internet zur Verfügung gestellt werden.

DÜSSELDORF/LONDON. Die Software namens „Go!Messenger“ werde sich nahtlos auch in bereits bestehende VoiP-Produkte des größten britischen Telefonkonzerns integrieren und somit ebenfalls Telefonate oder Videotelefonate ins Festnetz oder auf Mobiltelefone ermöglichen, erklärte Sony.

Für British Telecom ist das Projekt ein bedeutender Schritt in die Internationalisierung. Neben Großbritannien wird BT auch für Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien als Sony-Partner für die so genannten Next-Generation-Networks auftreten. Außerdem, so eine BT-Sprecherin gegenüber Handelsblatt.com, erreiche BT so „viele Kunden, zu denen bislang noch keine Geschäftsbeziehungen bestehen“ und baue „eine Brücke in den stark wachsenden Videospielemarkt.“ Seit Marktstart Ende 2004 bis einschließlich März 2007 hat Sony rund 25 Millionen PSP weltweit verkauft. Wie David Reeves, President und CEO Sony Computer Entertainment Europa, auf der Games Convention in Leipzig erklärte, wurden in Europa bislang rund 8,5 Mill. PSP abgesetzt.

Die direkte Konkurrenz, die „DS“ von Nintendo, wurde im vergleichbaren Zeitraum über 40 Millionen mal verkauft. DS-Nutzer in Deutschland haben über einen Pauschalvertrag mit T-Online kostenlos einen limitierten Internetzugang über Hotspots des Bonner Konzerns. Was die Nutzung der oft auch an Flughäfen oder Bahnhöfen verfügbaren BT-Openzone-Hotspots für PSP-Nutzer kosten werde, sei „noch nicht entschieden“, so die BT-Sprecherin.

Noch sind drahtlose Webzugänge per Wireless-Lan (Wlan) vergleichsweise selten. Sowohl in den USA als auch in Europa gibt es aber Bestrebungen, drahtlose Breitbandnetze als landesweite Alternative zu den bestehenden Mobilfunknetzen der Betreiber wie Vodafone, AT&T oder T-Mobile aufzubauen. Solche Netze wären die ideale Umgebung für Geräte wie die PSP. Die Mobilfunkprovider selber haben verständlicherweise wenig Interesse, landesweite Wlan-Netze als Konkurrenz zu den eigenen Datenfunknetzen aufzubauen.

Vor wenigen Wochen hat allerdings schon der Webriese Google Interesse an einer der Funkfrequenzen angemeldet, die Anfang 2008 in den USA versteigert werden sollen. Ein Teil der Frequenzen, die nicht mehr für die TV-Ausstrahlung benötigt werden, soll nach dem Willen der amerikanischen Regulierungsbehörde FCC für alle Serviceanbieter von mobilen Internetdiensten gleichermaßen offen gehalten werden, was auch eine freie Auswahl der Hardware beinhalten soll. Dadurch sollen Zwangspaketverträge wie jüngst Apples iPhone plus AT&T-Vertrag verhindert werden. Google will bis zu 4,6 Mrd. Dollar für eine der Funkfrequenzen bieten.

Das neue Sony-Softwarepaket soll auf allen neuen und bereits verkauften PSP lauffähig sein und bietet für die Texteingabe eine virtuelle, mit den Spielsteuertasten zu bedienende, Bildschirmtastatur. Die PSP selber verfügt standardmäßig weder über eine physische Tastatur noch über einen Touchscreen. Neben kostenlosen Internet-Telefonanten mit anderen PSP-Nutzern und BT-VoiP-Kunden (etwa über das private Wlan-Netz Zuhause oder kostenlose Hotspots in vielen Hotels) sollen (kostenpflichtige) Gespräche ins Fest- und Mobilnetz möglich sein. Außerdem ist ein Instant-Messenger-Programm integriert, heißt es. Damit lassen sich kurze Textbotschaften versenden, ähnlich wie mit dem SMS-Dienst. In der Vergangenheit hatten Softwarebastler immer wieder versucht, auf eigene Faust Instant Messenger wie AOLs AIM, Microsofts MSN Messenger oder den Yahoo Messenger auf der PSP ans Laufen zu bringen.

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