Podcasts
Männlich, um die 30, gebildet

Der deutsche Podcast-Hörer ist auf der Suche nach dem großen Unbekannten. Und er wird fündig. Das Internet quillt über vor Audiobeiträgen. Doch wer hört sich die Machwerke an? Wer produziert sie? Und warum? Tauchen Sie mit Handelsblatt.com in die Welt der Podcasts ein.

DÜSSELDORF. Es geht um Politik und um Tütensuppen. Es geht um Meerschweinchen, schlechte Witze und um Fakten, die, wie die Sendung selbst von sich behauptet, überhaupt Niemanden interessieren. Dort – und nur dort – erfährt der geneigte Hörer in etwa, dass das menschliche Gehör nach einer zu üppigen Mahlzeit deutlich schlechter funktioniert.

Eingeschaltet und zugehört wird trotzdem. Nicht immer, aber immer öfter. Es geht um Podcasts, eine Wortschöpfung aus iPod und broadcast, zu deutsch „ausstrahlen“. Das sind Audiobeiträge für den heimischen PC, das Notebook oder den MP3-Player, zumeist von Laien für Laien gemacht. Gerade die individuelle Note der Beiträge macht sie so interessant für die Hörer. Doch wer nutzt diese oftmals skurrilen Programme?

Alex Wunschel, selbstständiger Marketingexperte und passionierter Podcaster aus München, hat sich des Mysteriums angenommen und ein Profil des deutschen Podcasters erstellt. Über einen Zeitraum von vier Wochen hat er 2 344 Nutzer befragt. Herausgefunden hat Wunschel Folgendes: Pod-Paul, so nennt er den durchschnittlichen Podcast-Hörer, ist um die 30 Jahre alt, wie der Name schon sagt männlich, dazu überdurchschnittlich gut ausgebildet und mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent Single. Der Anteil der Pod-Petras ist eher gering. Nur 20 Prozent der Befragten waren Frauen.

Der Podcast zum Text:

„Dem Charme von Podcasts kann man sich nur schwer entziehen“
Alex Wunschel zeichnet ein Bild des „typischen“ deutschen Podcasters und erzählt, was ihn an dem Medium fasziniert.

Pro Woche verbringt Pod-Paul im Schnitt 3,6 Stunden damit, sich Podcast-Beiträge anzuhören. Wobei das Gros der Befragten sich nur gut zwei Stunden lang berieseln lässt. Der höhere Mittelwert kommt wegen der Vielhörer zustande, die zumeist auch selbst Podcasts produzieren. „Der eine oder andere hört dann schon mal bis zu 40 Stunden pro Woche Podcast-Beiträge“, sagt Wunschel.

Gehört wird größtenteils in der Freizeit; jedenfalls gaben dies 74 Prozent der Befragten zu Protokoll. Nur 18 Prozent lauschen am Arbeitsplatz. Der wesentliche Grund, warum die Deutschen Podcast-Beiträge nutzen, ist der Unterhaltungsfaktor (93 Prozent). Darüber hinaus gaben 75 Prozent an, sich auf diesem Wege informieren zu wollen.

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