Politik und Wirtschaft für mehr Service
Mehr Kundenfreundlichkeit bitte

Zum Auftakt der 46. Internationalen Funkausstellung in Berlin ist das Thema Kundenfreundlichkeit in den Blickpunkt gerückt. Einfach bedienbare Geräte, verständliche Anleitungen und guter Service werden gefordert. Bundeskanzlerin Angela Merkel blies direkt ins gleiche Horn. Sie sagte, die Unterhaltungselektronik-Branche solle serviceorientierter arbeiten. Die Wirtschaft erklärte dies dann auch zu ihrem Ziel.

HB BERLIN. Merkel hatte die Branche auf der offiziellen Eröffnungsgala am Donnerstagabend vor 600 Gästen aufgerufen, es dem Käufer neuer Geräte und Technologien leichter zu machen: "Machen Sie es den Kunden nicht zu schwierig, und da, wo es nötig ist, bieten Sie ihm ordentlichen Service an."

Der Vorsitzende der Deutschen TV-Plattform, Gerhard Schaas, zeigte sich einverstanden. "Wir wollen verbraucherfreundlichen Lösungen zum Durchbruch verhelfen", erklärte er. Sein Verband repräsentiert unter anderem Programmhersteller und-anbieter sowie private und öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten.

Auch Metz-Geschäftsführer Norbert Kotzbauer sagte, der Kundendienst seines Unternehmens sei stark serviceorientiert. Telekom-Vorstandsvorsitzende Kai-Uwe Ricke hatte bereits am Donnerstag erklärt, wenn ein Kunde einen DSL-Anschluss bestellt habe, würden die Telekom-Techniker alles installieren, bis der Kunde lossurfen könnte.

IFA als Wachstums-Motor

Die IFA soll auch in diesem Jahr als Wachstums-Motor für die Branche dienen. Gerechnet wird damit, dass Aufträge im Wert von mehr als 2,5 Mrd. Euro gezeichnet werden. Zuletzt hatte die Branche hohe Wachstumsraten gemeldet. Im Bereich der klassischen Unterhaltungselektronik wurde im ersten Halbjahr 2006 in den zehn wichtigsten europäischen Ländern ein Umsatzwachstum von 18 Prozent verzeichnet. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Europa rund 130 Mrd. Euro umgesetzt.

Merkel hatte auf der Eröffnungs-Gala die Unterhaltungselektronik-Branche als Vorbild für die Gesamtwirtschaft bezeichnet. Sie sei Taktgeber für die deutsche Wirtschaft insgesamt, sagte die CDU-Chefin. Sie betonte, die deutsche Wirtschaft sei auf dem richtigen Weg. "Wir können es schaffen, von den hinteren Plätzen wieder nach vorn zu kommen." Sie lobte die IFA als "ganz wichtiges Konjunkturbarometer", das in die richtige Richtung zeige. Die Bundesregierung werde alles dafür tun, dass die IFA weltweit Leitmesse bleibe.

Erstmals im jährlichen Turnus

Auf der erstmals im jährlichen Turnus ausgerichteten IFA präsentieren 1 049 Aussteller aus 32 Ländern ihre Neuheiten. Im Mittelpunkt stehen das hoch auflösende Fernsehen HDTV, LCD- und Plasma-Flachbildschirme sowie der Kampf der DVD-Nachfolgeformate Blu-ray und HD-DVD. Toshiba stellte die ersten beiden HD-DVD-Player für Europa vor, die ab November auf den Markt kommen und zwischen 600 und 1 000 Euro kosten sollen.

Weitere wichtige Themen sind das Internetfernsehen, mobile Fernsehempfangsgeräte und die neuesten MP3-Player. Vor allem dem Internetfernsehen wird eine große Zukunft prognostiziert. Bis 2010 werde einer Studie zufolge weltweit ein Umsatz von rund zehn Mrd. $ erwartet (rund 7,79 Mrd. Euro), teilte die Deutsche TV-Plattform mit.

Die Telekom-Sparte T-Mobile präsentierte einen neuen Kopierschutz. Damit sollen Kunden legaler Downloadplattformen ein und dieselbe Musikdatei für ihren PC, ihr Mobiltelefon und ihre digitalen Abspielgeräte nutzen können. Musikdateien können leichter zwischen Handys und Computern ausgetauscht werden. Bislang konnte nicht jeder legal erworbene Titel auch auf jedem Abspielgerät gehört werden, da die Musik-Downloadplattformen unterschiedliche Kopierschutz-Systeme einsetzen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%