Portable Media Player speichert Bilder, Musik oder Videos
85 Stunden Filmvergnügen für die Jackentasche

Die neuen Multimediaplayer, die in diesem Herbst auf den Markt kommen, sind nicht größer als eine Zigarettenschachtel. Sie speichern dank eingebauter Festplatte bis zu 10 000 Songs, 100 000 digitale Bilder und rund 85 Stunden Video.

DÜSSELDORF. Die Vision der Hersteller: Künftig haben Computerbenutzer mit dem so genannten Portable Media Center (PMC) ihre Lieblingsmusik, die wichtigsten virtuellen Fotoalben, den neuesten Spielfilm sowie die verpasste Fernsehsendung vom Vorabend mit dabei. Alles landet automatisch im Gerät.

Betrieben werden die Geräte mit der Microsoft-Software Windows Media Video. Sie gleicht automatisch die Medien-Bibliothek im PC mit dem tragbaren Player ab. Gerätetreiber müssen nicht installiert werden. Als einer der ersten Hersteller will Creative seinen Player "Zen" im November in Deutschland auf den Markt bringen. Andere Firmen wie Samsung oder iRiver haben ähnliche Geräte für Ende des Jahres angekündigt. Sie sollen je nach Festplattenkapazität zwischen 500 und 600 Euro kosten.

Das Gerät von Creative wiegt etwa 350 Gramm, etwa doppelt so viel ein iPod - der kultige Musik-Player von Apple. Die eingebaute Festplatte kann je nach Modell 20 bis 40 Gigabyte Daten speichern. Größter Unterschied zu gewöhnlichen Musik-Playern: Ein eingebautes Farbdisplay mit knapp zehn Zentimeter Bilddiagonale präsentiert auf Wunsch auch Fotos und Videos.

Das Display erleichtert aber auch die Bedienung des vielseitigen Geräts. Nach dem Einschalten erscheinen Programmmenüs, mit denen das Gerät einfach bedient werden kann und das Aufspüren von Musikstücken oder Fotos in den Untiefen des Datenspeichers deutlich leichter fällt als bei Playern ohne Display.

Auch wenn die Optik der PMC-Geräte recht unterschiedlich ausfällt: Im Inneren werkelt eine Spezialversion von Microsoft Windows samt Windows Media Player. Das macht den Datenaustausch zwischen Player und PC recht einfach: Es reicht, die Version 10 des Windows Media Player auf dem PC zu installieren. Sobald der tragbare Mediaplayer mit dem USB-Anschluss des PC verbunden ist, beginnt die Synchronisation der Daten. Um Speicherplatz zu sparen, wandelt die Software Fotos und Videos vor dem Überspielen in Formate mit geringerer Auflösung. Fotos landen also nicht in optimaler Bildqualität auf dem tragbaren Player, da diese für das kleine Display nicht benötigt wird. So passen mehr Fotos ins Gerät.

Videodateien konvertiert das Programm ebenfalls automatisch und macht daraus Filme im Videoformat von Microsoft. Allerdings nimmt das Konvertieren der Videos - etwa vom weit verbreiteten MPEG-Format zu einem Windows Media Video - recht viel Zeit in Anspruch: Ein 20 Minuten langes Video zu konvertieren, kann ohne weiteres 10 Minuten dauern.

Dank speziellem Videoausgang lässt sich ein PMC- Player jederzeit auch mit einem Fernseher verbinden. So müssen gespeicherte Fotos und Videos nicht zwingend auf dem eingebauten Minidisplay betrachtet werden, sondern lassen sich auch im Wohnzimmer bestaunen. Wer seine Bilder und Videos unterwegs anschauen möchte, muss etwas Geduld mitbringen. Spätestens nach drei Stunden Video oder acht Stunden Musik muss ein Pocket Media Center wieder an die Steckdose.

An Inhalten wird es nicht mangeln. Schon haben erste Anbieter angekündigt, Videos und Fernsehsendungen speziell für PMC-Player bereitzustellen. Beim Video-on-Demand-Anbieter Cinema-Now lassen sich bereits Filme herunterladen. Sportsender wollen PMC-Benutzern aktuelle Sportberichte im Web anbieten. Das Ziel ist klar: So wie sich Besitzer von mobilen Musikplayern heute bereits wie selbstverständlich im Web mit Musik versorgen, wird es schon bald auch Web-Tankstellen für Filme und Nachrichten geben.

Wer Windows als Betriebssystem nicht mag, kann auch zu den so genannten Pocket Media Playern ohne Fenster-Software greifen. Hersteller Archos bietet etwa den Gmini 400 an, der für 400 Euro zu haben ist. Auch damit lassen sich Musik, Fotos und Videos überall mit hinnehmen. Großer Vorteil: Fotos müssen nicht den Umweg über den PC gehen. Archos Geräte verfügen über ein Lesegerät für Compact- Flash-Speicherchips. So lassen sich geknipste Aufnahmen auch unterwegs gleich ins Album übernehmen. Weiterer Vorteil: Archos Player lassen sich an Rechner ohne Windows anschließen, etwa an einen Mac von Apple oder PCs mit Linux.

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