Positiver Trend
IT-Branche erwartet Umsatzwachstum

Die IT-Branche in Deutschland lässt sich vom zunehmenden Konjunkturpessimismus nicht anstecken: Für das laufende Jahr erwartet der Branchenverband Bitkom ein Umsatzwachstum von 1,6 Prozent auf 145 Mrd. Euro, 2009 soll das Plus sogar 2,0 Prozent betragen.

HB HANNOVER. Die IT-Branche rechnet mit weiterem Umsatzwachstum. Für das laufende Jahr erwartet der Branchenverband Bitkom ein Plus von 1,6 Prozent auf 145 Mrd. Euro, 2009 soll der Zuwachs sogar 2,0 Prozent betragen. Allerdings profitierten nicht alle Segmente gleichermaßen, berichtete Verbandspräsident August Scheer-Wilhelm am Montag auf der Cebit in Hannover. Während Informationstechnik und Unterhaltungselektronik laut Bitkom-Prognose weiter zulegen, schrumpft das Telekommunikationssegment dieses Jahr um 1,5 Prozent.

2007 hat die Branche deutlich besser abgeschnitten als erwartet. Statt der vom Bitkom prognostizierten 1,3 Prozent schaffte sie ein Wachstum von 2,0 Prozent. "Die Unternehmen haben aufgrund der guten Konjunktur mehr in Informationstechnologie investiert", sagte Scheer. Zudem habe es nach langer Investitionszurückhaltung Nachholbedarf gegeben.

Dieser positive Trend soll sich nach Angaben des Bitkom bei der Informationstechnik fortsetzen. Der Umsatz beträgt dieses Jahr rund 67 Mrd. Euro, ein Plus von 4,6 Prozent. "Ganz stark sind wir bei Software und IT-Dienstleistungen", sagte Scheer - beide Bereiche legten 2007 um rund fünf Prozent zu und werden auch in den kommenden Jahren weiter boomen. Höhere Umsätze erwarten die Experten auch in der Unterhaltungselektronik mit einem Zuwachs von 2,4 Prozent auf 11,9 Mrd. Euro in diesem Jahr.

In der Telekommunikationsbranche sinken dagegen die Preise und damit auch die Umsätze weiter. "Das freut den Konsumenten, die Unternehmen aber nicht ganz so", sagte Scheer. Es sei jedoch eine Trendwende in Sicht: "Wir hoffen, dass die Branche 2010 wieder wächst." Vor allem mit Datendiensten - etwa Internetverbindungen - ließe sich künftig Geld verdienen, während die Bedeutung von Sprachdiensten abnehme.

Widersprüchliche Tendenzen sind auch auf dem Arbeitsmarkt zu beobachten. Insgesamt stieg die Zahl der Beschäftigten 2007 um rund 3000 auf 816 000. Als Motor dieser Entwicklung nannte Scheer vor allem Software-Häuser und IT-Dienstleister - "sie haben allein im vergangenen Jahr 17 000 neue Jobs geschaffen". Die Unternehmen der Unterhaltungselektronik verlagerten dagegen die Fertigung in andere Länder und strichen weiter Stellen.

Scheer beklagte den derzeitigen Fachkräftemangel in der Branche. 43 000 Stellen seien unbesetzt, da die entsprechenden Spezialisten fehlten. Er forderte die Politik zur Reform des Bildungswesens auf. Beispielsweise müsse Informatik Pflichtfach werden. "Wir müssen junge Leute motivieren, das Ingenieursstudium aufzunehmen", sagte Scheer.

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