Postbank oder Ebay betroffen
Phisher melden sich zurück

Die Online-Betrüger sind offenbar aus dem Urlaub zurück und wollen ihre Kassen wieder auffüllen. Neue Phishing-Attacken bedrohen aktuell Postbank-Kunden sowie Ebay-Nutzer.

hiz DÜSSELDORF. Nachdem in den Sommerwochen die Anzahl der Phishing-Attacken gesunken ist, melden sich die Online-Betrüger nun massiv zurück. Aktuell sind wieder einmal Postbank-Kunden und Ebay-Nutzer Ziele betrügerischer Mails.

Eine Mail, die scheinbar von der Postbank kommt, ruft dringend zum Besuch einer Webseite auf, die der der Bank täuschend ähnlich sieht. Dort soll der Postbank-Kunde ein Formular ausfüllen und Kontodaten, PIN sowie TAN-Nummern hinterlassen. Der Domaininhaber der Webseite „pbmainserver.com“, die das Opfer besuchen soll, ist ein Harry Domestosan aus Las Vegas in den USA.

Der Text ist offensichtlich von einer Übersetzungssoftware ins Deutsch übertragen worden und entsprechend fehlerhaft: „Es freut uns sehr Ihnen über planmäßige Modernisierung des Softwares (inkl. Transaktionsicherheitsmodul, Übergang zum Protokoll SSL 4.5 u s.w.) mitzuteilen. Diese Maßnahmen gewährleisten die Vereinfachung für Benutzung unseres Zahlung-Online-Systems und bieten noch mehr Datenschutzsicherheit an. Der Übergang zum neuen System wird nicht später als am 12.09.2005 erfolgen. Im Zusammenhang mit der Modernisierung bitten wir alle unsere Kunden ein spezielles Registrierungsformular der Benutzer des neuen Systems auszufüllen. Beachten Sie, dass der Übergang zum neuen System für alle Benutzer Postbank Online-Banking erforderlich ist. Bitte füllen Sie die Registrierungsform unverzüglich nach dem Empfang dieses Mails aus.“

Die Phishing-Mail, die Ebay-Nutzer zum Besuch einer Anmelde-Webseite verleiten soll, ist dagegen in englisch verfasst. Dort wird davor gewarnt, dass der Zugang gesperrt werden kann, wenn man die Kontoinformationen nicht aktualisiert. Wir der Link angeklickt, landet man auf einer Internetseite, die für „Chinanet Hostmaster“ der China Telecom in Peking, also dem großen chinesischen Internetprovider, registriert ist. Dadurch ist er eigentliche Betreiber schlecht zu ermitteln. Die Seite ist der Ebay-Anmeldung gut nachempfunden. Bei der Eingabe der Anmeldedaten, hätten die Phisher Zugriff auf das Ebay-Konto und können damit beliebigen Missbrauch treiben. Auf der zweiten Seite der Anmeldung wird sogar nach Kreditkarteninformationen gefragt. Wer diese Felder ausfüllt kann mit finanziellen Verlusten rechnen, der die Betrüger über die Kreditkarteninformationen einkaufen können.

Da es keine sicheren technischen Abwehrmaßnahmen gegen Phishing gibt, raten Fachleute eindringlich, nie Links in Mails anzuklicken und keine vertraulichen Informationen auf Webseiten einzutragen, die man nicht kennt und die man nicht über die Adressleiste des Internetbrowsers selber angewählt hat. Banken, Auktionsplattformen und Online-Händler führen einen Kampf gegen die Online-Betrüger. Der Erfolg bleibt aber begrenzt, da die Phishing-Seiten nur kurzzeitig aktiv sind und die Betrüger meist in Ländern sitzen, in denen die Ermittlungen schwierig sind und Strafverfolgungsbehörden keinen Zugriff haben.

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