Praxisnahe Tests sollen zeigen, wo RFID-Etiketten sinnvoll sind
Testzentrum für Funketiketten

Forscher untersuchen in einem Testlabor, welche Einsatzgebiete für RFID-Chips, den designierten Nachfolgern der Barcodes, sinnvoll sind.

hiz DÜSSELDORF. In einer Testanlage untersuchen Forscher des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) in Zusammenarbeit mit der Industrie, welche Einsatzgebiete für die Produktkennzeichnung mit Radio Frequency Identification Chips RFID-Chips sinnvoll sind. Diese kleinen Chips, deren Informationen drahtlos ausgelesen werden können, werden in der Fachwelt als Nachfolger der heute allgegenwärtigen Barcodes gehandelt. Hersteller und Handel setzen große Hoffnungen in diese Technologie, da sie wesentlich flexibler ist als heutige Produktkennzeichnungen.

Pflanzenschutzmittel in Babynahrung, Salmonellen in Schokolade - solche Schlagzeilen tauchen immer wieder auf. Doch welche von den Produkten, die sich in den Supermarktregalen stapeln, gehören zu den fehlerhaften? Wann und wo genau wurden die einzelnen Produkte hergestellt? Wurde auf dem Transport die Kühlkette unterbrochen?

Über den Barcode auf der Verpackung sind solche Fragen nicht zu beantworten. Und so landen im Zweifelsfall alle möglicherweise betroffenen Artikel in der Mülltonne.

Die Forscher sind sicher, dass es gezielter mit der Radio Frequency Identification per RFID-Chips ginge. Im Gegensatz zum optisch gelesenen Barcode speichert er alle nötigen Informationen wie Ort und Zeit der Herstellung oder die genauen Lieferwege. Zudem sind Funkchips gegen Verschmutzungen immun. Mit einem Thermosensor ist sogar nachvollziehbar, ob die Kühlkette unterbrochen wurde. So ist es möglich, bei einer Rückrufaktion ausschließlich die fehlerhaften Produkte auszusortieren. Besonders für größere Verpackungseinheiten wie Paletten und Kartons eignen sich RFID-Chips, denn für billige Wegwerfartikel kommen sie wegen der zu hohen Kosten momentan noch nicht in Frage.

Vor allem der Großhandel setzt darauf, dass die elektronischen Informationsträger logistische Abläufe vereinfachen. Bislang ist die Auskunft, für welche Adressaten Waren bestimmt sind, im Barcode fix gespeichert. Kurzfristige Änderungen können höchstens noch im assoziierten Lagerhaltungssystem vorgenommen werden. RFID-Chips dagegen lassen sich umprogrammieren. Das kontaktlose Funkauslesen ermöglicht es darüber hinaus, ganze Lkw-Ladungen in einem Arbeitsgang zu scannen, ohne die Waren erst abladen zu müssen.

Doch hält die Technik, was sie verspricht? Die Marktstudie "RFID 2004 Logistiktrends für Industrie und Handel", die am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML durchgeführt wurde, zeigt, dass Experten besonders skeptisch wegen der noch ausstehenden Standardisierung und der hohen Investitionskosten für die Umstellung sind. "Bei den Unternehmen führt das zu einer abwartenden Haltung, da niemand aufs falsche Pferd setzen will", weiß Abteilungsleiter Volker Lange.

Um die Technik genauer testen und ihre Potenziale überprüfen zu können wurde in Dortmund das Open ID-Center aufgebaut. Dort können auch Industriekunden Systeme vergleichen und zudem Investitions- und Betriebskosten ermitteln.

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