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Pro Sieben plant Strategien für digitales TV

Deutschlands größter TV-Konzern Pro Sieben Sat1 will seine Strategie für das digitale Fernsehen abstecken: „Wir versuchen, unsere 30 Prozent Zuschauermarktanteil zu kapitalisieren und gleichzeitig zusätzliche Erlösquellen mit Bezahlfernsehkanälen zu entwickeln.“

dpa MÜNCHEN. Das sagte Vorstandschef Guillaume de Posch der „Financial Times“ (FT/Mittwoch-Ausgabe). Die größere Anzahl an Kanälen und den zunehmend härteren Kampf um Marktanteile müsse der Konzern durch neue Geschäfte kompensieren. Laut „FT“ berät an diesem Donnerstag der Aufsichtsrat von Pro Sieben Sat1 unter dem Konzern-Haupteigner Haim Saban über die Strategie der Sendergruppe im digitalen Fernsehen.

Dabei könnte es um zwei Themen gehen. Zum einen verhandelt Pro Sieben Sat1 derzeit mit Deutschlands größtem Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) und dessen drei kleineren Wettbewerbern über die digitale Einspeisung seiner frei empfangbaren Programme. Dafür müsste KDG wohl eine Gebühr an die Sender bezahlen. Alle Seiten seien sich einig, dass es auf eine Einigung hinauslaufen müsse, in den Verhandlungen gehe es nun um Details und Konditionen, sagte ein KDG-Sprecher. Daneben verfolgt Prosiebensat.1 Pläne für das Bezahlfernsehen. Auch hier käme Kabel Deutschland als Partner in Frage.

De Posch bekräftigte, der Konzern brauche neue Erlösquellen, um weniger abhängig vom schwachen Werbemarkt zu sein. „Mobile Dienste sind ein Feld, auf dem wir wachsen können, Transaktionsfernsehen und Einkaufsfernsehen sind andere.“ Beim Transaktionsfernsehen handelt es sich um Sender, die sich etwa über Telefonanrufe finanzieren. „Verglichen mit anderen Fernsehmärkten sind wir nicht sehr diversifiziert.“ Nur acht Prozent des Konzernumsatzes kämen aus anderen Quellen als der Werbung. Es werde daran gearbeitet, diesen Anteil zu verdoppeln.

Für den Werbemarkt macht sich de Posch vorerst wenig Hoffnungen auf Besserung. „Ich glaube, dass es keinen entscheidenden Wandel geben wird, so lange es nicht eine wirtschaftliche Neustrukturierung in Deutschland gibt.“ Erst nach der Bundestagswahl 2006 rechne er mit einem solchen Neuanfang.

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