Produktionsverfahren erhöht die Speicherkapazität um ein Vielfaches
Neue Chipkarten von Infineon merken sich mehr Daten

Mit einem neuen Herstellverfahren will der Halbleiterhersteller Infineon Technologies die Speicherkapazität von Chipkarten und SIM- Karten für Mobiltelefone deutlich erweitern.

hsn DÜSSELDORF. Bei dem neuen Verfahren werden zwei integrierte Schaltkreise mit ihrer Funktionsseite wie zwei Sandwich- Hälften „Face-to-Face“ aufeinander gelegt. Die Verbindung beider Hälften erfolgt über hunderte kleinster Kontaktstellen auf der Chipfläche. Dadurch wird bei gleich bleibender Fläche eine Vervielfachung der Speicherkapazität von Mikrocontroller- Chips erreicht. Gleichzeitig werde das Chipdesign flexibler und die Entwicklungszeit kürzer, so das Unternehmen.

Die ersten Musterchips, die im Frühjahr nächsten Jahres verfügbar sein werden, sollen mit 1 Megabyte bereits achtmal mehr Speicherplatz bieten als heutige Speicherkarten. Speicherchips, die ein Jahr später marktreif sein könnten, sollen sich sogar bis zu 20 Megabyte an Daten merken.

Das so genannte Face-to-Face- Verfahren soll in der zweiten Jahreshälfte 2005 in die Massenfertigung gehen. Die ersten Chips, und werden zunächst für SIM-Karten in Mobiltelefonen eingesetzt. Hier sei der Bedarf an zusätzlicher Speicherkapazität durch SMS- und Multimedia-Nachrichten (MMS) sowie der Wunsch nach mehr Adressbucheinträgen am größten. Infineon liefert nach eigenen Angaben derzeit weltweit jeden dritten SIM-Karten-Chip.

Die Speicherkapazität von 20 Megabyte ist aber vor allem für UMTS- Anbieter interessant, die über ihre schnellen Mobilfunkleitungen Multimediadienste und die Übertragung großer Datenmengen ermöglichen. Sie können damit ihren Kunden zusätzliche Dienste anbieten, wie zum Beispiel ein erweitertes Adressbuch, in das sich auch Bilder einstellen lassen. Darüber hinaus eröffnen die Sandwich-Chips den Handyherstellern elektronische Anwendungen, die bislang technisch nicht zu realisieren waren, wie zum Beispiel die sichere Speicherung vertraulicher E-Mails.

In anderen Chipkartenanwendungen könnte die hohe Speicherkapazität Zutrittssysteme zu Unternehmen oder Sicherheitsbereiche noch sicherer machen, da sich eine ganze Reihe zusätzlicher Informationen abspeichern lassen, wie beispielsweise von biometrischen Daten.

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